Manfred Lang, Norbert Scheuer, Sylvia Nels in Steinfeld (29.10.2013)

Diese Lit.Eifel-Veranstaltung fand in der wunderschönen Anlage von Kloster Steinfeld statt. Kannte ich bis jetzt noch nicht. Aber jetzt weiß ich, weshalb Steinfeld ein Eifelsteig-Etappenziel ist.

Trotz des schönen Orts muss ich gestehen, dass es für mich die Lit.Eifel-Veranstaltung war, die mir persönlich und wahrscheinlich nur mir, am wenigsten Gefallen hat. Woran lag es. Irgendwie war es eine komische Mischung. Etwas übermoderiert. Insgesamt zu lang. Und was die Mundart-Sängerin zu dem Thema beizutragen hat, ist meiner Aufmerksamkeit entgangen.

Am interessantesten fand ich noch die Geschichte über Wollseifen von Manfred Lang. Die Lyrik-Lesung von Scheuer hat mir nichts gegeben, da bin ich seit meinem Deutsch-Abi auch vorbelastet. Soll keine Herabsetzung des Autors sein. Der ist sicher gut. Nur nichts für mich.

In der Pause war ich dann über die Hintertreppe mit Lanio und Pater Paul qualmen. Dabei habe ich noch etwas mehr über Kloster Steinfeld erfahren, was mittlerweile auch in der Presse zu lesen war. Pater Paul war mir auf Anhieb sympathisch.

Fotos habe ich diesmal keine. Meine Kamera hat bei dem Licht gestreikt und blitzen wollte ich nicht.

Am Ende der Veranstaltung standen dann noch die Autoren zum Gespräch und signieren zur Verfügung. Ausnahmsweise habe ich mal nicht zugeschlagen. Und das obwohl es Scheuers neuen Lyrikband druckfrisch ohne Titel – ein Fehldruck – zu kaufen gab. Sicher toll für Sammler.

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Oliver Lück liest im Bus (27.10.2013)

Neues vom Nachbarn

Am Sonntag des Monschauer Happy Halloween Wochenendes bin ich dann leicht lädiert nach Heimbach. Ich hatte noch ein bisschen Zeit und konnte so im Bahnhof noch einen kurzen Blick in die Ausstellung über den Nationalpark Eifel werfen. Da muss ich noch mal hin.

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Der Bus fuhr dann pünktlich ab. Ja, Ihr hört richtig. Die Lesung fand in einem normalerweise als Linienbus genutzten Bus statt. Das ist mal was ganz anderes. Während wir also gemütlich durch die Eifel geschaukelt wurden, stand der Autor uns zugewandt in der ersten Reihe, erzählte und las anschaulich.

 

Wovon handelt Neues vom Nachbarn?

 

Lück – von Beruf Journalist – hat sich einen alten VW-Bus geschnappt und ist mit seinem Hovawart-Welpen Locke anderthalb Jahre durch Europa gefahren. Nur mit Hilfe eines alten ADAC-Europaatlas. Ganz ohne Navi.Foto vom ADAC-Autoatlas
Die Route entstand mehr oder weniger willkürlich. Mal versuchte er sich an den kleinsten Straßen, mal ließ er seine Hündin entscheiden. Guckte sie nach Rechts, fuhr er in die Richtung, auch wenn er eigentlich woanders hin wollte.

Die Geschichten, die er unterwegs erlebt hat, füllen unterhaltsam das Buch. Im Zuge der Lesung haben wir drei Personen “kennen gelernt” – interessante Menschen, die ihm am Ende der Welt begegneten. Menschen, die zum Teil ihren Heimatort nie verlassen haben und doch voller Weisheiten waren.

Strandgut zu Kunst in LettlandWie die Lettin, die Strandgut an dem Ostseestrand unweit ihres Hauses sammelt und damit ihr Haus und ihren Garten “schmückt”. Bizarr anzusehen, teils von ungläubigen Touristen bestaunt. Oft fotografiert. Und warum macht sie das? Damit der Strand nicht verdreckt und sonst räumt es ja keiner weg. Wenn das kein Grund ist, sich sein eigenes Paradies zu schaffen?

Oder die Irin, die vom Geschichten erzählen lebt. Eine durften wir hören und sie war wunderschön.

Ein kleiner Exkurs über die erstaunlich wenigen Pannen und die anschauliche Demonstration, wie die Wodka-Gläser wachsen, je weiter man nach Osten kommt. Und was man so bekommt, wenn man nahe der russischen Grenze einen Wodka bestellt.

Mir hat die Lesung sehr gut gefallen. Der Autor kam sympathisch rüber, hatte eine angenehme Stimme, das Ambiente war einzigartig, die Geschichten unterhaltsam und nachdenklich stimmend – was will man mehr.

Wie kam Lück zu seinen Geschichten?
Auf Nachfrage, wie er denn auf die Menschen gestoßen ist, nannte Lück als gute Methode vor Ort nach Menschen zu fragen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Dann hat er sich mit diesen teils mit Hilfe eines Dolmetschers stunden- oder tagelang unterhalten. Und seine Hündin Locke war immer ein guter Door-Opener.

Locke - der Star der Lesung im Foto

Das letzte kann ich von meinen Reisen mit Struppi nur bestätigen. Ein netter Hund ist immer ein leichter Einstieg. Und ein Lächeln öffnet viele Türen.

Nach der Lesung habe ich mich noch etwas mit Lück unterhalten. Schließlich faszinieren mich Menschen schon lange, die einfach aufbrechen, sei es zu Fuß, mit dem Rad oder Motorrad, um die Welt reisen. Wer weiß, vielleicht mache ich es ja auch noch, irgendwann…

Links

Wie komme ich auf den Stimmzettel…

… für die Bürgermeisterwahl in Monschau?

Wer ist wahlberechtigt?

Wahlberechtigt sind alle mit Hauptwohnsitz in Monschau gemeldeten Deutsche und EU-Bürger ab 16 Jahren. Denn die Bürgermeisterwahl findet im Rahmen der Kommunalwahl in NRW am 25.05.2014 statt.

Wer darf mich unterstützen?

Alle Wahlberechtigten in Monschau dürfen mich unterstützen. Formale Voraussetzung ist das vollständige und eigenhändige Ausfüllen des Formblatts für eine Unterstützungsunterschrift, sprich Name und vollständige Anschrift, sowie Geburtsdatum und mit Ort, Datum und Unterschrift die Genehmigung erteilt, dass ich ihre Wahlberechtigung vom Einwohnermeldeamt prüfen lassen darf.

Unterstützungsunterschrift

Was ich erreichen möchte…

Zuerst möchte ich Euch Monschauern eine unabhängige Alternative bieten, die nicht von Parteipolitik geprägt wird. Als Altstädter möchte ich meine Wahlheimat auch als Wohnort wieder attraktiver machen. Die Fachwerkhäuser sind ideal für Freiberufler und kleine Versandhändler. Auch Familien finden hier ein Umfeld, in dem Kinder noch gefahrlos spielen können. Wir brauchen unbedingt mehr Angebote für Kinder und Jugendliche.

Das liebe Internet…

… ja, ohne geht es nicht mehr. Und wir brauchen es im ganzen Stadtgebiet in vernünftiger Qualität und zukunftskompatibler Technik. Es geht darum, flächendeckend den schnellen Zugang zu Informationen zu schaffen. Es ist entscheidend für uns in allen Lebenslagen. Besonders hier, wo wir nicht alles um die Ecke haben.

Wir sitzen in einer wunderschönen Landschaft, aber auch Unternehmen brauchen auch schnelles Internet. Nur so bekommen und erhalten wir hier die Arbeitsplätze und das Umfeld, das wir schätzen.

Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung fördern

Das beginnt beim Fragerecht in allen Ausschusssitzungen. Ein Recht, das wir als Bürger laut aktueller Geschäftsordnung bereits haben, aber das trotzdem mit Verweis auf selbige verwehrt wird. Ausführlicher nachzulesen hier.

Aber ich will darüber hinaus. Ich möchte mit Euch daran arbeiten, dass wir ein Bürgerbeteiligungssystem entwickeln. Entscheidungsprozesse dokumentieren.

Wie es dazu kam…

Es war kurz vor dem Jahreswechsel 2013/2014. Wie immer, treffe ich wichtige Entscheidungen zwischen Weihnachten und Neujahr. So auch dieses Mal.

Und obwohl 2014 mein Jakobsweg-Jahr werden sollte, hat mich ein Gedanke dazwischen gedrängt. Soll ich es wagen – versuchen? Bin ich verrückt? Soll ich mir das antun?

Nach ein paar schlaflosen Stunden, stand die Entscheidung: Ja, ich werde es versuchen. Ob ich eine reelle Chance habe? Eher nicht. Aber ich werde es versuchen.

So führt mich mein Weg am 30.12.2013 zum Wahlamt der Stadt Monschau. Und das Ergebnis ist das obige Formular. Die nächste Zeit werde ich damit verbringen, Monschauer Wahlberechtigte, um eine Unterstützungsunterschrift zu bitten.

Ja, es ist nicht einfach. Ich muss auch mir noch unbekannte Monschauer ansprechen und um Ihre Unterstützung bitten. Sie bitten, mir die Chance zu geben, auf dem Stimmzettel zu stehen. Für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014.

160 Wahlberechtigte müssen dieses offizielle Formular ausfüllen und mir die Erlaubnis erteilen, dass ich ihre Wahlberechtigung beim Einwohnermeldeamt prüfen lasse. Wenn ich 160 Unterstützer zusammen habe, reiche ich diese mit meinem Antrag beim Wahlamt ein. Und wenn das klappt, stehe ich am 25.5.2014 auf dem Stimmzettel.

Warum ausgerechnet Monschau?

Als Zugezogener beginnt eine typische Unterhaltung in Monschau wie folgt:

Monschauer: Aus Monschau?
Zugezogener: Jein, vor drei Jahren aus dem Rhein-Erft-Kreis zugezogen.
Monschauer: (große Augen) Warum? Warum ausgerechnet Monschau?

In meiner Geburtsstadt Köln käme niemand auf die Idee danach zu fragen. Warum sollte man auch nicht in diese herrlich stinkende Stadt mit einem Zweitliga-Fußballverein ziehen wollen?

Und Bedburg?

Selbst in Bedburg im Rhein-Erft-Kreis, ein Flecken Erde, meine Heimat für Jahre, die der Braunkohletagebau aus mir unbekannten Gründen leider nur teilweise verschmäht hat, stellte sich die Frage nicht. Schließlich ist Bedburg nah genug an Köln – man bekommt Kölsch in jeder Kneipe und ist theoretisch in 30 Minuten in der City.

Das klappt zwar praktisch nur Nachts um 3 Uhr, in der Hauptferienzeit, an Tagen wenn die Brummis Fahrverbot haben und es gerade keine Vollsperrung gibt. Trotzdem, das ist mehr als man braucht als Bedburger, um Bedburg einfach toll zu finden. Als rheinische Frohnatur hofft er täglich aufs Neue auf schnellen Autobahnverkehr.

Alles so furchtbar…

Der Monschauer dagegen findet seine Situation in Monschau einfach nur furchtbar. Die Altstadt stirbt, man kann dort nicht leben, man kann noch nicht einmal parken! (Jetzt ist es raus).

Jeder, der kann, zieht so schnell wie möglich weg. Es fehlt nur noch, dass jemand dem Ortsschild hinzufügt: Lauft weg, solange Ihr noch könnt!

Dabei hat der Monschauer doch nur den Blick für das Positive in Monschau verloren. Vielleicht weil sein Blick starr auf mögliche Parklücken gerichtet ist, oder aber weil Nachts schon einmal in der Laufenstraße die Straßenbeleuchtung fehlt. Da sieht man dann wirklich nichts mehr von der Schönheit Monschaus.

Also, Butter bei den Fisch. Warum Monschau-Altstadt?

Öffentliche, saubere, kostenlose, frei zugängliche Toiletten an jedem Ende der Stadt. Spätestens hier war Brügge für mich raus.

Bänke zum sitzen. Also sitzen ohne Kaffeetrinken und Kuchenessen. Einfach nur so bequem sitzen, nicht hocken wie in Köln. Also wie Hermann in Loriots Sketch “Feierabend”. Augenhöhe mit Teilen Barcelonas.

Die vielleicht freundlichsten Postboten der Welt, allen voran Ritchi. Wer morgens zu Hause arbeitet und trotzdem immer Heute-Jedoch-Nicht-Karten zugestellt bekommt kann mitfühlen wie wertvoll ein guter Postzusteller für die Lebensqualität ist.

Eine Restaurant in dem man bis Mitternacht etwas zu Essen bekommt. Wart Ihr mal außerhalb der Saison in Le Touquet-Paris-Plage, einem Ferienort mit 100% Seaview? Da schließt Ronald der Fast-Food-Clown um 21 Uhr nicht nur das Kinderparadies. In Monschau braucht man sich noch nicht einmal daran erinnern was man immer trinkt und isst. Der Barkeeper erledigt das ab dem zweiten Besuch automatisch.

Stetig gefüllte Hundetütchenspender, dank freundlicher Politessen. Nein Bedburg, der leere Spender alleine reicht nicht.

Keine Gefahr an jeder Ecke zu hören: Haste mal ne Mark. Ok, meine Zeit in Köln ist schon was her und auch ich weiß, die Bedürftigen nehmen heutzutage natürlich PayPal. Vielleicht wurden sie im Jobcenter auch in Freundlichkeit geschult, so dass man heute gerne gibt. Bei der sagenhaft geringen Arbeitslosenquote in Monschau muss man sich darüber aber keine Gedanken machen.

Einen eigenen Fluss mit eigenem Hochwasser. Auf Augenhöhe mit Köln! Bedburg hat zwar auch einen eigenen Fluss, aber kein Hochwasser – schwach. Kann ja noch werden – Go, Erft, go! (Keine Panik, wird nicht passieren.)

Die wahrscheinlich besten Nussecken der Welt. Und ich kenne sie alle.

Läden, die einem auch schon mal was besorgen, das nicht im Sortiment ist. Probiert das mal im Discounter. Und die liefern, ohne Aufpreis, zumindest wenn man seinen Rollator-Führerschein dabei hat. Und die einen in der Saison auch Sonntags nicht verhungern lassen.

Eine Bürgermeisterin, die man persönlich auf Facebook trifft. Kein PR-Team, das versucht den Kandidaten bei Nerds und Geeks anzubiedern. Jo-man, ich bin’s – Euer Facebook-Party-Horsti aus München.

Eine eigene Senfmühle, Brauerei und Kaffeerösterei. Frischer geht nimmer. Und lecker! Das gilt auch für die Metzgerei und unsere zwei Bäckereien. Dütchen und Vennbrocken.

Wasser mit denkbar wenig Kalk. Sagenhafte Nachtruhe wegen fehlendem Durchgangsverkehr. Mehrere Galerien. Stadt-wo-Trash-People-mal-waren und wo Christo, nicht mehr gewesen sein will. Es gibt Beweisfotos, Du Dummbatz! Drehort von Stadt im Tal alias Lugtal. Kulisse für Schimi.

Nette Mitbürger, die Sachen machen. Wie aktuell das Happy-Halloween-Wochenende mit Geisterführungen, Geisterlesungen, Konzerten und Party.

Alles in allem unglaublich viele Gründe nach Monschau in die Altstadt zu ziehen und zu arbeiten. Sorry, wenn ich was vergessen habe, aber Renate muss mal schnell das Auto umparken…

Ach ja. Fast hätte ich es vergessen:

Klare Luft, Fachwerkhäuser in kleinen Gassen und viel Natur. Naja, wer’s braucht…

tl;dnr

Die Altstadt von Monschau ist schön.

Volker Kutscher liest auf Wildenburg

Hellenthal, 16.10.2013: Wer meine erste Lit.Eifel-Woche kennt, mag enttäuscht sein. Diesmal leitet mich meine Navi problemlos und rechtzeitig zum idyllisch gelegenen Tatort, ähm Veranstaltungsort: Wildenburg, hoch über Hellenthal.

Schnell etwas abenteuerlich geparkt und direkt Lanio vor die Füße gelaufen. Gerade als er meinen Fahrstil kritisiert, kommt Magga an und ab geht es zur Burg. Magga fährt, Lanio stapft voran und ich etwas mühsam und peinlich langsam hinterher. Merke: Nächstes Mal wieder Wanderschuhe.

In der Burg geht es einige Stufen auf verschiedenen alten Holztreppen hoch in den Hexenturm. Echt nett hier. Sehr coole Location. Und ich bin was Turmzimmer angeht wirklich verwöhnt.

Das (unvermeidliche?) Vorgeplänkel

Diesmal eröffnet der Hellenthaler Bürgermeistervertreter Wamser die Veranstaltung. Das übliche LIT.Eifel- und Autoren-Lobgehudel folgt. Dann stellt die Moderatorin den Autor vor und direkt ein paar Fragen. Dazu habe ich auch eine: Wozu braucht es Moderatoren bei einer Lesung? (#duckweg)

Wer ist Kutscher…

Ich gestehe: Bis dato kannte ich den Autor Volker Kutscher nicht. Auf meine übliche Vorbereitung bei Wikipedia und amazon habe ich diesmal verzichtet. Und die Anmoderation habe ich einfach mal weitestgehend überhört.

Nur soviel habe ich verstanden. Er hat wohl früher mit einem Partner Lokalkrimis aus dem Bergischen Land zusammen geschrieben. Das möchte die Moderatorin, deren Namen ich mir (mal wieder) in einem Anfall von Ignoranz nicht gemerkt habe, sich noch erklären lassen.

Seine bergischen Krimis sind alle bei Emons erschienen. Das ist meines Wissens einer der Verlage, die wie der KBV Krimis hauptsächlich (?) regional einordnen.

(Schamlose Werbung: Merkt Euch doch schon mal www.eifel-krimis.com auch wenn aktuell erst zwei Autoren drin sind.)

Exkurs: Ich und meine (fehlenden) Notizen

Da ich mir – wie üblich – keine Notizen gemacht habe, kann ich nur hoffen, dass ich die Reihenfolge noch richtig hin bekomme. Schlagt mich nicht, korrigiert mich einfach wenn ich falsch liege. Ich könnte ja auch einfach behaupten, dass eventuelle Verschiebungen blog-dramaturgische Gründe hat. Tu ich aber nicht.

Die Lesung: Volker Kutscher liest aus Die Akte Vaterland

Völlig unbelastet lausche ich also dem Autor. Kutscher hat eine angenehme Stimme und liest gut. Er beginnt zwar etwas nervös mit für meinen Geschmack (zu) vielen Infos über seinen Held , aber das verzeihe ich ihm gerne. Die Akte Vaterland ist ja schließlich schon der vierte Band mit seinem Helden – wie heißt der Typ, Tabwechsel – richtig: Gereon Rath.

Magga fand ihn nicht nervös. Ich wette drauf, flattere mich doch selbst immer durch die ersten Sätze.

Noch ein Exkurs: Warum bin ich eigentlich hier?

Das hat wohl zwei Gründe. Als ich auf der zweiten Lesung auftauchte, meinte Magga: Du bist auch eine treue Seele. (Kein Plan, wie sie darauf kommt.) Ich dann nur: klar doch, Markus hat mir für die ganze Lit.Eifel frei gegeben. Ich guck mir so viele wie geht an. Lanio machte daraus dann: Renate hat sich vorgenommen zu allen Lesungen zu kommen…

…kennt Ihr das? Das nenne ich auch meinen Feigling-Effekt. Damit habe ich echt ein Problem. Immer schon.

Der zweite Grund ist, Yvonne. Die meinte in Rurberg, dass sie sich Kutscher anhören wollte. Die anderen Monschauer auch. Daraufhin habe ich mir den Autor im Programm angesehen. Ah, die perfekte Kombi für meinen aus Geschi-LK stammenden NS-Fimmel und meiner Krimileidenschaft, dachte ich mir. Da sehe ich mal großzügig darüber hinweg, dass ich mehrheitlich Nordische Krimis und Eifel-Krimis lese. Ach, und Yvonne? Die musste zur Hochzeitsmesse nach Simmerath. Und der Rest? Kein Plan.

Der Mensch in der Zeit…

Kutschers Krimireihe mit Gereon Rath beginnt im Berlin der Weimarer Republik. Kutscher möchte uns mit seinen Krimis diese Zeit anders näher bringen. Er beschreibt die Zeit aus Sicht normaler Menschen. Menschen, die ihre schreckliche Zukunft nicht kennen. Die nicht wissen (können) wohin es führt. Die ihre Entscheidungen nicht darauf hin bewerten können, was daraus wird.

Die nicht wissen, was der Nationalsozialismus, das Dritte Reich, wir – ja wir Deutschen (denke ich) anrichten werden. Den zweiten Weltkrieg, den Holocaust, nicht erahnen. Er will uns die Zeit näher bringen, einfach wie man sie damals (vielleicht auch) gesehen hat. Ohne die Zukunft zu kennen.

Uns hinein ziehen – in eine Zeit – in die Zeit. Die Zeit vor der schlimmsten Zeit der Deutschen. Einfach, als Mensch. Wir, die wir so leichtfertig anklagen. Die einfach verurteilen. Die bestimmt selbst schon ihre Eltern/Großeltern/Urgroßeltern gefragt haben: “Wie konntet Ihr nur? Habt Ihr nichts gemerkt? Die Juden, die sind doch verschwunden. Habt Ihr nie gefragt, wohin?” Ich habe meine gefragt.

Zeigefinger? Nein, danke. Aber wie ist das mit unseren Entscheidungen – heute?

Dabei hebt Kutscher nicht den Zeigefinger. Er möchte uns sensibilisieren für unsere Entscheidungen, in unserer Zeit. Wir, die wir den Luxus haben, zu wissen was damals passiert ist, sollen nachdenken. Unsere Entscheidungen heute auf den Prüfstand packen.

Prüfen, ob es heute nichts gibt, was wir jetzt tun können, müssen. Ich wüsste da was, aber erst der Autor.

Gereon Rath – Ein Kommissar in den 30ern

Seinen Krimiheld Gereon Rath beschreibt Kutscher als unpolitisch, ja politikverdrossen. Er kommt aus Köln und stammt aus einer Familie, die immer schon die Zentrumspartei wählt. Darauf steht er nicht. Aber auch mit den in den späten 1920igern, frühen 1930iger-Jahren, sprich am Ende der Weimarer Republik nicht nur in Berlin aufkommenden – heute würde man vielleicht von Links- und Rechtsradikalen sprechen, behaupte ich jetzt mal – kann er nichts anfangen.

Die Akte Vaterland

Ein Kölner Kommissar in Berlin, der nicht immer ganz sauber agiert. Der gerade seinen großen Fall verliert. Mit einer neuen Freundin, die ausgerechnet in seiner neuen Ermittlungsgruppe landet. Und das als eine der ersten Frauen der Berliner Kripo überhaupt.

Dabei weiß noch niemand von der Beziehung. Und prompt gerät seine Freundin an einen Vollmatcho im Kommissariat, der sie auf übelste mobt. Gut unter der Gürtellinie. Die Szene danach, wo Rath den Spacko besucht, liest Kutscher. Rath gefällt mir, so viel ist klar.

Ein seltsamer Mord geschieht. Gut, die Todesart spoilert Kutscher zwar später etwas. Aber nicht nur als GTA5-Spieler kommt man auch so drauf.

Ich möchte jetzt nicht weiter spoilern, sondern Euch empfehlen, Euch die Gereon Rath-Reihe zu besorgen. Die korrekte Reihenfolge ist:

  • Der nasse Fisch (2007)
  • Der stumme Tod (2009)
  • Goldstein (2010)
  • Die Akte Vaterland (2012)

Wie immer bei Krimiserien kann man mitten drin anfangen, aber wenn man die Chance hat, fängt man besser vorne an. Ich freue mich schon auf die folgenden Bände.

Pause und mehr

In der Pause konnten günstig Getränke erworben werden. Belegte Baguettescheiben gab es kostenlos gegen freiwillige Spenden. Habisch ‘türlich gemacht. Es gab auch wieder eine Buchhandlung, die reichlich Titel vom Autor im Angebot hatte. Ich habe beim aktuellen Titel zu geschlagen. Und habe ihn mir am Ende signieren lassen.

 Die Fragen am Schluss

Da ich ja die Anmoderation überhört habe, stelle ich natürlich prompt die – halb beantwortete – Frage ob Kutscher am Beginn der Serie eine bestimmte Anzahl Titel für seine Krimiserie vorgesehen hat oder welches Konzept er hat? Er übersieht meine Faux Pas und geht freundlich näher auf sein Konzept ein.

Er beschreibt wie lange er Gereon Rath als Kommissar leben lassen will. Nicht länger als 1936. Selbst einen politikverdrossener Kommissar wie Rath sieht er dann nicht mehr als Beamten, wenn Himmler 1936 Polizeichef wird. Was dann aus Rath wird, weiß Kutscher noch nicht. Er nennt ein paar mögliche Varianten wie Rath könnte sterben (hoffentlich nicht), emigrieren, Privatdetektiv werden, in den Untergrund gehen…

Ihm ist die Figur offensichtlich schon ans Herz gewachsen, deshalb tippe ich nicht darauf, dass er sie sterben lässt.

Die übliche Frage, die ich einfach stellen muss wenn es kein anderer macht, lautet: Wie lange schreiben Sie an einem Buch? Die Antwort verblüfft etwas und lässt den gelernten Journalist erkennen. Auch nur zehn Monate bis ein Jahr, inklusive ausführlicher Recherche und Lektorat. Dabei ist Die Akte Vaterland 576 Seiten stark.

Die Recherche beeindruckt

Kutscher bereitet sich vor. Ausführlich. Er liest ganze Jahrgänge liberaler Zeitschriften der Zeit, von vorne bis hinten. Richtig komplett, inklusive wenn nicht sogar besonders den Lokalteil, die Kleinanzeigen und Witzseiten. Klar, irgendwo muss ja sein Blick auf das Alltagsleben der Zeit kommen. Und war er nicht selbst Lokalredakteur?

Er beschreibt, was die Menschen zu dieser Zeit bewegt. Die hohen Reparationszahlungen. Politik, weniger. Hm, kommt mir leider nur zu bekannt vor.

WTF is Mikrofiche?

Und das auf Mikrofiche. Ätzend. Das ist anstrengend. Für diejenigen, die das nicht mehr kennen. Darauf wurde früher – sagen wir mal – analog archiviert. Papier wurde stark verkleinert und dann mit speziellen hässlichsten Vergrößerungskästen in bescheidener Qualität auf einem, sagen wir mal im Vergleich zur Smartphone-Auflösung Guckloch, dargestellt.

Zu meiner Studienzeit war darauf der Bestand der Bibliothek oder in großen Unternehmen die Buchhaltung. Oder eben alte Zeitschriftenausgaben. Muss man nicht haben. Heute wird der Kram gescannt und digitalisiert. Dann kann man wenigstens darin suchen.

Was können wir tun?

Er nennt nachher explizit auch PRISM & Co und die zunehmende Überwachung heute als potenzielle Gefahren für unsere Demokratie. Auch er sieht, wie das einem zukünftigen Diktator in die Hände spielen kann.

Und die systemrelevanten Banken, die gerettet werden? Den Lobbyismus, der die Politik beeinflusst? Denkt selbst nach. Es muss nicht immer Nationalsozialismus sein, der unsere Gesellschaft in den nächsten Abgrund führt.

Ich habe ihn nicht gefragt ob er Pirat ist. Aber falls er eine politische Heimat sucht, imho gehört er zu uns. Wobei ich tippe, dass er als Autor sein Mittel gefunden hat, die Welt ein kleines Stück zu ändern. Ein erfolgreiches, hoffe ich. Ich drücke ihm dabei auf jeden Fall die Daumen. Und wünsche ihm viele Bestseller. Und noch mehr nachdenkliche Leser. Die finden, was sie tun können. Was ist mit Euch?

Und ich – mal wieder

Mich hat er beeindruckt. Werde mir die Serie bei nächster Gelegenheit erlesen. Den vierten Band habe ich, signiert, logo. Der Rest entweder ab nächster Woche in unserer Stadtbücherei oder als ebook. Mal sehen.

Auch lesenswert: www.gereonrath.de

Dank für ein stummes Herz aus Müll

Noch stehen sie da im Herzen von Monschau. Stumm, klaglos. Im Sonnenschein und Regen. Begafft, bestaunt, beobachtet, berochen, umarmt und endlos oft fotografiert – einzeln, in Gruppen, als Panorama, von oben, von unten, bunt, scharz-weiß; neben Bürgern, Prominenz und Touristen, digital und bestimmt sogar noch auf Film. Und die Presse berichtet was die Monschauer aus HA Schults Aktion so alles herausholen.

Die Kritiker an HA Schults Aktion “Monschau Mon Amour” sind zum Glück längst verstummt oder sind keine meiner Facebook-Freunde (mehr). Die Trash People, in ihrem stummen Dasein und speziellem Charme haben viele Bürger von Monschau einfach um den Finger gewickelt. In ihrem stillen Protest gegen unsere Wegwerfgesellschaft, kunstvoll in Reih und Glied zusammen gestellt, sind die “Trashis” nett anzusehen. Machen selbst keinen Schmutz und Lärm. Sind nette Mitbürger, zwar nur “Zugezogene” wie der Autor, aber wer will hier kleinlich sein.

Die Auseinandersetzung

Der Künstler betrachtet wohlwollend das Treiben und genießt was wir so alles in seine Kunst deuten. Was wir mit ihr anstellen, wie wir uns an ihr reiben und uns mit ihr schmücken – unseren Eigennutz in der Aktion suchen, ja sogar einfordern. Uns feist mit Müll ablichten – Teil des Konzepts.

Die Trash People geben Monschau viel. Viel mehr als man auf den ersten Blick sieht. Monschau in einer Liste mit Barcelona, der Chinesischen Mauer und dem Roten Platz. Vom Roten Platz zum Roten Haus. Wieviele Russen sich wohl gerade fragen wo “ihre” Trash People gerade sind und sich wundern wie viele Millionen Einwohner Monschau wohl hat. Und warum Monschau für HA Schult für den Augenblick wichtiger ist als z.B. Berlin.

Ein erster Versuch zu Danken

Als gute Gastgeber könnten wir den Trashis ein Gastgeschenk mitgeben. Wie wäre es mit einem eigenen Vornamen für jeden Einzelnen. Was so einfach klingt hat doch unzählige Untiefen. Trotzdem: Mut zur Tat und frisch ans Werk…

Die ersten 3 Reihen Trash People

Wie tauft man Trash People politisch korrekt?

Als erstes stellt sich die Frage nach dem Geschlecht. Männlein oder Weiblein? Man könnte es sich einfach machen und sagen: Halbe-Halbe nach einer Art Arche-Prinzip.

Bei der nächsten Sintflut könnten die Trash People dann auch gleich mit uns fahren. Wo immer wir auch landen, wir bringen unseren Müll mit. Praktisch für die ersten Jahre bis wieder all das aufgebaut ist, was neuen Müll erzeugen kann. Das Eingewöhnen an das Neue fällt uns dann leichter. Wie einem Tierheimbewohner, der sein Lieblingsspielzeug ins neue Zuhause mitnehmen darf – naja – so ähnlich.

Aber es sind nun einmal 201 Trash People. Zum Glück keine 199 – eine Primzahl – was “Probleme” ohne Ende bedeuten könnte. Zumindest wenn man an German Angst erkrankt ist. Aber auch so schon nicht durch zwei teilbar. Vielleicht ganz korrekt in 100 Männer und 100 Frauen und ein Hermaphrodit aufteilen?

Die Qual der Wahl

Oder aber nach dem Anteil der Weltbevölkerung zuweisen. Da müsste man dann gleich auch die Namen entsprechend auswählen. Aber dann hätten ein Drittel der Trash People Chinesische oder Indische Namen. Nicht besonders “monschauhaft”.

Oder man könnte die Müllverursacherstatistik bemühen. Oder aber die Recyclingquote. Hier wären dann Monschauer wieder vorne mit dabei. Der Restmüll wird hier gewogen und berechnet. Alles was auch nur einen Rest von einem grünen Punkt aufweist landet sicher in der Gelben Tonne zur Wiederverwertung. Haben wir hier etwa schon ein “Bingo”?

Braucht Müll wirklich ein Gastgeschenk?

Nein, denn hier muss ich erst einmal eine Vollbremsung hinlegen. Wozu brauchen die Trashis überhaupt ein Gastgeschenk? Die stehen doch nur herum und sagen nichts. Ja, ein großer Dank für Monschau Mon Amour ist wichtig, nötig, angebracht – lediglich die Adressaten gehören getauscht.

In den USA sagt man: Tu Gutes und sprich darüber. Es ist nicht einfach etwas Gutes zu finden, das auf breite Zustimmung trifft, wie man an dem Versuch der Trash People-Taufe sieht. Die Initiatoren, allen voran Helmut Lanio und Dorit Schlieper, ernten gerade von mir eine Riesenportion selbst erlebtes Mitgefühl. Man kann es nicht allen recht machen. Unmöglich Kunst und Kommerz zu verschmelzen. Den Erfolg in Heller und Pfennig messen.

Wenn man es nicht allen recht machen kann, dann also doch lieber nichts machen – Jammern ist nichts getan – und warten bis jemand anderes was macht? Oder zumindestens einfach mal laut und ehrlich Danke sagen:

Danke an alle, die Monschau Mon Amour möglich gemacht haben. Jenen, die mitgeholfen, gespendet und ehrenamtlich tätig waren. Die den Gegenwind aller Kritiker, Nörgler, Pessimisten und “Rechenschiebern” getrotzt haben. Und natürlich dem Team um HA Schult, das an Monschau Mon Amour glaubt.

Danke!

1-Trash People Einzeln1

Was wohl die Trash People denken?

Dem Marktplatz von Monschau wird ohne Trash People etwas fehlen. Die Müllleute werden uns nicht vermissen. Auch ohne Namen stehen sie geduldig da und warten auf ihr Recycling in der nächsten Stadt.

Am 3. November ist es leider soweit und sie reisen weiter. In der Vergangenheit wurde die Aktion nicht überall so liebevoll angenommen wie in Monschau. In Gorleben wurden Trash People sogar entführt und aufgeknüpft. Auch das ist ihnen egal.

Lebt wohl und berichtet auch von den netten Monschauern

Ich hoffe aber sie treffen wieder auf so nette Menschen wie hier in Monschau. Die sie begaffen, bestaunen, beobachten, beriechen, umarmen und endlos oft fotografieren.

Auf sie warten hoffentlich weitere freudig lächelnde Initiatoren, Bürgermeister und Bürger, die etwas wagen, etwas machen, etwas bewegen wollen und sich damit – völlig zu recht – auch ein wenig schmücken dürfen. Die Aktion schmückt uns letztlich alle.

Ich wünsche den Trashis Menschen, die langfristig etwas Gutes für ihre Heimat wollen.

tl;dnr

Dank an die Initiatoren von Monschau Mon Amour.

Nur einmal falsch abgebogen… Lesung in Kall

 

Wie ich zu Bastian Sick wollte und bei der Leseshow aus der Kölner Südstadt gelandet bin, das könnt Ihr hier lesen.

Hier vorab schon mal die Bilder. Ich arbeite noch meinen Blogstau ab. Es kann sich nur noch um (ErwartetenZeitrahmenHierEinfügen) handeln.2-IMG_2077

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Hühner Voodoo in Roetgen…

…  oder Hortense Ullrich liest im Bürgerhaus

Am 10.10.2013 fand die 2. LIT.Eifel-Lesung statt. Diesmal in Roetgen. Und dreimal dürft Ihr raten wer zu spät an kam.

Dadurch bekam ich nur das Ende mit. Nein, nicht von der ganzen Lesung. Zu Beginn hat Ullrich aus Ihrem Jugendbuch How to be really bad gelesen. Entsprechend gut war die Stimmung als ich an kam. Und das ist jetzt nicht ironisch gemeint.

Schreib mal ein “richtiges” Buch

Mit welchen Vorurteilen eine erfolgreiche Jugendbuch-Autorin kämpfen darf, erfahren wir dann bei einem kurzweiligen Ausflug in ihr Leben. Sie beschreibt sehr unterhaltsam wie gerne sie für Kinder textet. Ihre eigenen Beiden haben schon früh ihr “Windelgeld” verdient, in dem sie alle Manuskripte lesen (mussten).

Sie schreibt an mehreren Serien für Jugendliche, wie Freche Mädchen und die Hexe ? Dabei wurde sie öfters gefragt, wann sie denn mal ein richtiges Buch schreibt, sprich für Erwachsene. Kann mir vorstellen, dass man das richtig gern hört. Sie nimmt es mit Humor.

Überhaupt hat Frau Ullrich sichtlich Spaß an der Lesung. Und berichtet wie der Verlag vier Mal angefragt hat. Zum Schluss hat sie zugesagt. Und das Ergebnis ist:

Hühner Voodoo?

Bei der eigentlichen Lesung wird es dann noch lustiger, sofern das geht. Allein der Einstieg ist zum kringeln. Ich möchte jetzt nicht zuviel spoilern. Aber wie aus einer vier Mal Verheirateten vermögenden Frau eine Psychologin “wird”, was ein Bestattungsunternehmer und Hühner-Voodoo damit zu tun haben? Das solltet Ihr selbst unbedingt lesen.

Wir haben uns teilweise weg geschmissen. Und die Buchhandlung hat bestimmt auch wieder ein gutes Geschäft gemacht.

Aufschlussreiches

Nach der Pause gab es noch ein paar Anekdoten aus dem Leben eines Autors. Praktisch finde ich ja, dass die Autorin keinerlei Schreibblockaden kennt. Da kann ich nur neidisch werden, wie regelmäßige Leser meines Blogs nachvollziehen können – leider.

Als gelernte Journalistin und Drehbuchautorin, kennt sie sich mit Abgabeterminen aus. Sie schreibt an einem Buch zwischen drei Monaten (für eins mit bekannten Figuren) und einem Jahr. Für mich ist das sehr interessant.

Auf die Frage wo sie schreibt, antwortet sie am liebsten zu Hause. Natürlich nicht, ohne unterhaltsam ihr Refugium zu beschreiben. Auf Drängen einer befreundeten Autorin hat sie zwar auch schon mal bei perfektem Wetter auf den Florida Keys geschrieben – Hemingway lässt grüßen – aber in ihrem Büro geht es wohl besser.

Fazit

Natürlich habe ich mir Hühner Voodoo signieren lassen und wurde dabei auch mal fotografiert. Dazu habe ich wieder viele Monschauer getroffen, die teils die Bücher schon als Jugendliche gelesen haben. Da muss ich passen, bin aus der Zeit wo die Fünf Freunde-Serie begann. ;-)

Unsere Bibliothekarin hält in der Altstadt reichlich Lesestoff der Autorin bereit. Und erzählte mir wie gut die Englischen Lesebücher zum English lernen sind. Der Stoff bringt auch Kids – ähm Teenies – zum Lesen, die sonst nichts mit Büchern am Hut haben.

Meine erste Lit.Eifel-Woche…

Number One

…fing schon gut an. Rurberg habe ich letzte Woche Dienstag erwartungsgemäß gut gefunden. War da ja letztes Jahr Plakate aufhängen.

Nur hätte ich mir vorher ansehen sollen wo der Antoniushof liegt; statt meinem Navi zu trauen. Die führt mich erst einmal um den Rursee. Und die ganze Zeit habe ich gedacht:

Da leuchtet es grün. Da ist es bestimmt.

War es auch, selbst schuld wenn ich mir weniger vertraue als meinem Navi. Mit einer ungeplanten akademischen Viertelstunde Verspätung erreiche ich den ersten Veranstaltungsort. Wirklich nett gelegen.

Wen jetzt tatsächlich noch die Lesung interessiert:, empfehle ich

Sweet About Me von Dietmar Sous mit Gero Körner am Keyboard

Das war der Dienstag.

Der zweite Schlag

Donnerstag ging es dann nach Roetgen. Diesmal war ich spät dran, da ich vorher noch mit Struppi beim Doc war. Der Weg nach Roetgen, sonnenklar. Selbst die Navi habe ich bemüht. Aber nur für die Strasse.

Und da wurde ich schon misstrauisch. Was soll mir Eingang Rosentalstraße nur sagen? Hm, gibt es da eine Kneipe, die Eingang heißt? Ich fahre also durch die Rosentalstraße, heh, da war ich sogar schon.

Da sind neben einem großen Supermarkt die Hallen der Roetgener Sportvereine. Da habe ich schon mal Badminton gespielt. Monschauer Vereine spielen in den Schulsporthallen. Dabei ist Roetgen doch kleiner. Aber ich schweife ab.

Kurz bevor ich aufgeben wollte, erscheint dann rechts noch ein Gebäude, das nach Veranstaltung aussieht. Ich parke und – natürlich fängt es in dem Moment an zu schütten – laufe zum Eingang. Der ist, wer hätte das gedacht, zu.

Ich sehe in den besetzten Saal, die Lesung hat schon begonnen und schreibe auf facebook: bin da. Und wie durch ein Wunder erbarmt sich kurze Zeit später ein hilfsbereiter Mensch und öffnet mir. Yeah. Und hier geht es zur Lesung:

Hühner Voodoo von Hortense Ullrich

Aller guten Dinge sind Drei….

Die Krönung meiner ersten LIT.Eifel-Woche war mein Ausflug nach Kall am Freitag. Dort fand nämlich die dritte Lesung der ersten Woche statt. Diesmal war Bastian Sick an der Reihe.

Was soll ich sagen. Es wird ja langsam zum Running Gag: Ich war spät dran. Es hätte klappen können, wenn ich nicht durch den ganzen Nationalpark so einen Schleicher vor mir gehabt hätte. Es kam, wie es scheinbar kommen musste.

Ich wurde ungeduldig, es war dunkel und ich war heilfroh, endlich in Schleiden abbiegen zu können. Nur irgendwie – falsch. In Hellenthal fiel es mir dann doch noch auf, also weiter Richtung Kall. Da war ich, glaube ich zumindest, noch nie.

Wow, die haben eine Zugstrecke. Das wusste ich zwar, aber nach drei Jahren in Monschau ist das schon irgendwie ein ungewohnter Anblick. Schienen, so mitten in der Eifel.

Langsam machte sich die Latte bemerkbar und ich durfte mal kurz in eine Eisdiele huschen. Sehr nette Dame, die kein Problem damit hatte, dass ich jetzt kein Eis wollte.

Weiter geht es, einmal rechts und links verwechselt, grmpf passiert mir sonst eher selten und nochmal nach dem Weg gefragt. Ein hilfsbereiter Mensch erklärt mir: Ja, also da wo jetzt das Auto raus kommt, da ist das Berufskolleg. Und? Ahnt Ihr es schon?

Ich fahre also auf einen Parkplatz, parke, stiefele in ein beleuchtetes Gebäude, wundere mich kurz, dass ich kein LIT.Eifel-Plakat entdecke und steige die Treppe hoch. Ah, Publikum und es wird gelesen. Supi, nur irgendwie sieht das nicht nach Sick aus.

Oder wie seht Ihr das?

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Und während ich auf facebook darüber sinniere, ob Sick sick geworden ist oder es sich um das Rovaniemi-Autozug-Problem handelt (das erkläre ich gerne ein anderes Mal), genieße ich die Lesung bzw. die

Leseshow Kölner Südstadt (erst mal nur die Bilder)

Da war ja noch was

Ach so: Zu Bastian Sick bin ich dann in der Pause auch noch. Das war nur eine Straße weiter. An dem Gebäude stand dann auch was von Berufskolleg. Nur EU-Kennzeichen auf dem Parkplatz.

Der Saal war zwar nicht voll besetzt, aber so an die 100 dürften es gewesen sein. Die haben sich köstlich amüsiert. Nur ich nicht. Ich mag ihn nicht besonders, den Humor finde ich auch nicht überzeugend. Für mich ist das Geldschneiderei aus einem Sammelsurium von Einsendungen.

Ok, der Fairness halber muss ich gestehen, er hat sich Mühe beim Sortieren und der Präsentation gegeben. Hat für mich aber was von der Pannenshow. Kurz, einfach nicht mein Ding.

Dazu kam ich weder mit seiner Stimme, noch Intonation klar. Irgendwie unsympathisch. Also habe ich mich nach ca.10 tapferen Minuten wieder eine Straße weiter begeben und dort den Rest der Leseshow aus der Kölner Südstadt genossen.

Habe ich schon erwähnt, dass ich in der Südstadt studiert habe?

Die haben sich über meine Rückkehr gefreut und es war noch ein richtig netter Abend mit dem Kulturkreis Kall. Denen habe ich angeboten, unsere Bürgermeisterin zu bitten, die Termine im nächsten Jahr nicht zeitgleich zu legen. Mache ich doch gerne.

Und jetzt bin ich gespannt auf die zweite Woche. Ihr auch?

Sous und Körner in Rurberg…

Sweet About Me (08.10.2013)

Mit einer ungeplanten akademischen Viertelstunde Verspätung erreiche ich den ersten Veranstaltungsort. Der Antoniushof in Rurberg ist wirklich nett gelegen. Den konnte ich wegen meiner Navi auch vom anderen Seeufer aus bewundern.

Die Eröffnung aka der offizielle Teil

Magga redet noch, also habe ich zumindest nichts (von der Lesung) verpasst. Gut. Magga Ritter ist unsere Bürgermeisterin und 1. Vorsitzende der LIT.Eifel.

Am spannendsten vom offiziellen Teil – es war schließlich die Eröffnungsveranstaltung – war die Rede des DG-Vertreters, dessen Name mir leider entfallen ist. Er berichtet – schwärmt trifft es besser – von Dietmar Sous, dem Stolberger aus Breinig.

Sein Erstlingswerk Glasdreck wurde 1981 gleich im Spiegel rezensiert. Attribute wie der Der rheinische Nick Hornby vergeben. Mehr Romane folgen, die immer starken Bezug zur Musik haben. Lakonisch, teils scharf geschrieben. Und ein Fußballfan sei er auch.

Dann kommt der Autor. Begleitet vom Simmerather Gero Körner am Keyboard. Endlich.

Sweet About Me

Zuerst gesteht Dietmar Sous, dass seine Liebe zum Fußball stark abgekühlt ist, seit Allemania Aachen in der 4. Liga spielt. Also, in der heutigen Lesung erwartet uns Musik, aber kein Fußball. Ok, für mich.

Dann liest er eine Szene aus einem Buch vor. Es handelt vom Rursee. Wir sollen erraten was falsch ist. Als er das Jahr nennt, in dem die Szene spielt, haben wir einen Gewinner. Er schenkt der Simmeratherin eine Ausgabe von Sweet About Me. Nette Einführung.

Dann folgen vergnügliche Minuten, in denen Sous im Wechsel aus seinem Roman liest oder in den Hintergrund tritt. Dann spielt Körner auf. Titel aus dem Buch, hervorragend interpretiert.

Schade nur, dass das Licht wenig Fototauglich ist. Aber dem Autor gefällt es genau so. So what.

Pause

In der Pause schwatze ich mit den anderen Monschauern, die sich erst mal darüber lustig machen, dass ich mich verfahren habe. War klar.

Dazwischen futtern wir Gebäck – auf Kosten von Simmerath – und trinken etwas auf eigene Kosten. Hermanns schädige ich gerne, aber das ist ein anderes Thema.

Die zweite Hälfte

Nach der Pause ging es witzig weiter. Wir – zumindest Yvonne und ich – haben zeitweise nur gekichert. Das Buch bietet ausreichend Stoff dafür. Und Sous scheint nicht unglücklich darüber.

Die Charaktere sind einfach klasse beschrieben. Nicht nur mir gefällt der Humor.

Von Spoilern und Klappentexten

Schade fand ich nur, dass Sous ganz am Ende etwas spoilert. Und direkt danach kommt noch mal Gero mit dem schönen Titelsong.

Yvonne ist später not amused, dass ihr damit der Song madig gemacht wurde. Ich bin da nicht so empfindlich. Der Spoiler ist auch nicht so groß. Es steht auch schon auf dem Klappentext.

Warum entstand Sweet About Me

Danach plaudert Sous noch darüber welche Ereignisse ihn dazu gebracht haben Sweet About Me zu schreiben. Wer wissen will was pubertierende Töchter und Vettern an Briefkästen mit Sweet About Me zu tun haben (könnten), liest es am Besten selbst.

Fazit

Die Lesung war ganz gut besucht. Ca. 60 bis 70 Leser, ähm Zuhörer. Gut, es hätten noch mehr sein können, aber ich war auch schon in Köln in Lesungen von internationalen Bestsellerautoren, die auch nicht besser besucht waren. Lesungen sind halt nichts für jeden.

Ich mag es, den Autor hinter den Zeilen kennen zu lernen. Die ein oder andere Annekdote fällt auch noch ab. Und wenn die Stimme ok ist und er Autor lesen kann, was nicht immer der Fall ist, dann kann es wie bei Sous und Körner ein sehr vergnüglicher Abend werden.

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