Was ich mit mon-200 zu tun habe…

Mein Hauptanliegen ist es mit euch in Monschau Demokratie zu leben.

Bessere Bürgerbeteiligung ist dabei mein Ziel. Im Gegensatz zur Vergangenheit soll der Bürger mehr in öffentliche Entscheidungen einbezogen werden, sei es in häufigeren Bürgersprechstunden, über ein Bürgertelefon, per Brief, online in einem Bürgerforum, Abstimmung- und Vorschlagsystemen oder über soziale Netzwerke. Dabei ist eine regelmäßige Beteiligung von Euch erwünscht und notwendig.

 Warum ist das wichtig?

200 Logo 2-klein
Mit Höchsteuerpolitik können sich andere Gemeinden gerne ruinieren…

Die aktuelle Sparpolitik des Stadtrats halte ich für den falschen Weg. So hat der Stadtrat beschlossen, die Grund- und Gewerbesteuer anzuheben. Jene Steuer, die jeder Hausbesitzer zahlen muss, egal ob dieser Gewerbetreibender ist oder nicht. Diese Kosten werden auch auf die Mieten umgelegt und sind Teil der Nebenkosten. Gewerbetreibende legen zu dem die Kosten auf die Preise um. Damit sind wir alle betroffen.

Diese, für unsere Zukunft wesentliche Entscheidung, wurde ohne Bürgerbeteiligung gefällt, noch richtig erklärt.

Wofür ist der Hebesatz?

Jede Stadt darf den Hebesatz in einem gegebenen Rahmen festlegen. Der Hebesatz ist ein legitimes Instrument der Gemeinden. Er wurde geschaffen, um Standortnachteile auszugleichen. Standortnachteile sind zum Beispiel, eine nicht vorhandene Universität, fehlender Autobahnanschluss, fehlende Bahnanbindung, grenznahe Lage und andere fehlende Infrastruktur, so auch das fehlende flächendeckende schnelle Internet.

Was heißt hier Standortnachteil?

...jedoch für Monschau wünsche ich mir eine kluge Politik.
…jedoch für Monschau wünsche ich mir eine kluge Politik.

Dieses sind Standortnachteile, die Unternehmen und neue Bürger – Mieter und Immobilienkäufer – von Monschau fernhalten, die gerne in unserem schönen Eifelstädtchen Monschau, umgeben von Natur leben würden. Deshalb möchte ich den Hebesatz auf das erlaubte Minimum von 200 Prozent senken, so wie es der Gesetzgeber vorgesehen hat, um Chancengleichheit herzustellen.

Dieses würde jeden von uns entlasten, denn die Unternehmer legen ihre Kosten auf den Endverbraucher um, der dann doppelt belastet wird, einerseits durch erhöhte Kosten für den Wohnraum als auch für den täglichen Bedarf.

Was ist aktuell vom Stadtrat geplant?

Die beschlossene Erhöhung der Hebesätze durch den Stadtrat ist unlogisch. Der Stadtrat möchte damit ein Plus erwirtschaften. Das ist schon jetzt durch den Vorbericht der Stadt Monschau zum Haushalt 2013 widerlegt. Bereits für 2012 weist der Haushalt trotz erhöhtem Hebesatz niedrigere Einnahmen durch die Gewerbesteuer aus.

Fazit

So kann der geplante Haushaltsausgleich nicht erreicht werden. Es wird eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt.

Mit dem Überschuss, der durch die Senkung des Hebesatzes erwirtschaftet würde, sollen zuerst die Schulden der Stadt Monschau abgebaut werden. Die dadurch eingesparten Zinszahlungen werden in den öffentlichen Nahverkehr, ins Internet, etc. re-investiert. Damit erhalten wir den Flair unserer Stadt und füllen sie wieder mit Leben.

Die Stadt Monheim hat innerhalb von nur vier Jahren nicht nur einen Haushaltsausgleich erreicht, sondern ihre Schulden komplett zurück gezahlt. Jetzt kann sie viel mehr für ihre Bürger erreichen und trotzdem noch Rücklagen bilden.

Das können wir auch. Ihr entscheidet das am 25. Mai 2014. Geht wählen!

Welche Erfahrungen ich einbringe…

… oder vom BWL-Student zum IT-Unternehmer

K&R Software
habe ich ich zusammen mit meinem Partner 1991 als GbR gegründet und fünfzehn Jahre erfolgreich geführt. Wir haben Software entwickelt, waren Microsoft Independant Software Vendor und haben u.a. Tools für Softwareentwickler entwickelt.
Wir haben Fachartikel veröffentlicht, Vorträge gehalten und auf zahlreichen Konferenzen ausgestellt. Außerdem habe ich verschiedene Custom-Software-Projekte für z.B. IBM und die Telekom entwickelt.
Ab 1996 haben wir namhafte Tools u.a. aus den USA importiert und exklusiv im Deutschsprachigen und benachbarten Europa distribuiert, mit deutschsprachigen Webs vermarktet, unterstützt und geschult. Die größten Konzerne diverser Branchen gehörten zu unseren dankbaren Kunden. Dieses Unternehmen haben wir 2006 eingestellt.

Bis dahin haben wir mehrere Domains entwickelt, mit Inhalt bestückt, designt und lokalisiert, z.B. krsoft.com, forehelp.de, demobuilder.de, icewarp.de, mabry.de, multiedit.de, multilizer.de und viewletbuilder.de
Hier habe ich auch umfangreiche Erfahrung im kaufmännischen Bereich, im Versandhandel, der schnellen Problemanalyse, sowie im telefonischen und persönlichen Kundenkontakt und Support gewonnen.

OINK WebAgentur KG
enstand 1999 als GbR in Bergheim und wurde firmierte ab 2000 mit meinem Partner und einem ehemaligen Angestellten als KG in Köln. Wir waren sehr erfolgreich im Bereich Agrarwirtschaft mit Kunden wie der Landwirtschaftskammer Rheinland, Novartis Agro bzw. Syngenta und Big Dutchman. Wir haben auch mehrere internationale EU-Projekte realisiert. Unser Unternehmen hat mit iOnly eine eigene Skriptsprache für webbasierte Serveranwendungen (ähnlich PHP) entwickelt und eingesetzt.
Wir hatten knapp 20 Mitarbeiter und in den Jahren zehn Azubis in den Berufen Fachinformatiker Anwendungsentwicklung, IT-Systemkaufmann und Medien-Designer (Online) erfolgreich ausgebildet.
Ich war als CFO zuständig für die Finanzen, den Einkauf, die Aus- und Weiterbildung, die Organisation und habe den CTO bei der Organisation unserer Custom-Entwicklungsabteilung unterstützt. Unseren CEO habe ich darüber hinaus in allen Bereichen vertreten.
2004 haben wir unsere Anteile aus gesundheitlichen Gründen an Mitarbeiter veräußert und freuen uns, dass das Unternehmen mit neuen Partnern und mittlerweile als OINK Media GmbH immer noch erfolgreich am Markt vertreten ist. www.oink.de

Sisulizer Ltd & Co KG
haben wir 2006 gegründet, um die Lokalisierungssoftware Sisulizer international online zu vermarkten. Die Auftragsabwicklung und Buchhaltung haben wir outgesourct. So können wir uns ganz auf Marketing, Support und die Backend-Entwicklung unserer mehrsprachigen Webs konzentrieren. Trotzdem bleibt noch ausreichend Zeit für andere Tätigkeiten.
Wir haben zahlreiche glückliche Kunden aus aller Welt. Vorwiegend aus den Branchen Maschinenbau, Gesundheitswesen, Elektronik, Bergbau, Anlagenbau und natürlich Softwarehersteller, sowie Universitäten und Behörden. Als Beispiel nenne ich gerne 3M, General Electric Healthcare, Philipps, Siemens, Sony Entertainment u.v.m. Mehr auf www.sisulizer.com

mon/ks/37
ist unsere kürzlich in Monschau gegründete Unternehmensberatung für Guerilla Marketing. Wir beraten Kunden aus Monschau und Umgebung im Bereich PR und konzipieren preisgünstiges, aber erfolgreiches Marketing. Als One-Stop-Shop profitieren Kunden von unseren Erfahrungen bei der Entwicklung eines Corporate Designs, Konzeption, Umsetzung und regelmäßige Betreuung von Web-Projekten, SEO, Adwords, Social Media wie facebook und mehr. Selbst Drucksachen gestalten wir fachgerecht und realisieren sie zeitnah.
Wir entwickeln auch PHP-Projekte, WordPress-Plugins und Android Apps nach Ihren Vorstellungen. Nutzen Sie unsere jahrzehntelange Erfahrung. Mehr auf www.monks37.de

Demokratie leben mit Renate Reinartz

Ich möchte mit Euch in Monschau Demokratie leben.

Gemeinsam mit Euch folgende Ziele erreichen:

  • mehr und bessere Bürgerbeteiligung, statt nur bürokratische Verwaltung
  • unsere Zukunft fördern und eine Umgebung schaffen, in der unsere Jugend später arbeiten will und kann
  • unsere denkmalgeschützten Häuser für Neubürger und innovative Kleinunternehmer, Existenzgründer und Freiberufler interessant machen
  • Mietwohnungen und Mehrgenerationenhäuser fördern
  • Monschau und Umgebung attraktiver für uns Einwohner gestalten
  • zukunftssicheres Internet in ganz Monschau, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die bestehende Parkplatzsituation verbessern
  • den Flair eines lebhaften Städtchens für uns und die Besucher erhalten

Wer ist Renate Reinartz?

Bürgermeisterkandidat Monschau / Stadtratskandidat Monschau I
Renate Reinartz

Ich bin 50 Jahre alt, Softwareentwickler und seit 22 Jahren im IT-Bereich erfolgreich selbstständig. Ich habe vier IT-Unternehmen mitgegründet und geleitet. Dabei konnte ich in allen Bereichen der Betriebe umfangreiche Erfahrungen sammeln, die ich gerne für Monschau umsetzen möchte.

Was möchte ich?

Die absolute Mehrheit der CDU in der Stadt Monschau nach 65 Jahren brechen. Deshalb bewerbe ich mich für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Monschau. Ich bin parteilos, unabhängig  und nehme keine Spenden an. So kann ich unvoreingenommen alle Bürger in ganz Monschau vertreten.

Außerdem kandidiere ich für den Stadtrat in meinem Heimatwahlbezirk Monschau 1 (Wahlbezirk 1001, große Teile der Altstadt, Haag, Hargard und ein Teil von Menzerath).

Was biete ich?

Meine umfangreichen Erfahrungen als Unternehmer.

Monschau braucht frische Ideen, unkonventionelle Wege und Unternehmergeist. Dabei ist es von Nöten aus dem knappen Budget der Stadt Monschau das Maximum heraus zu holen. Mit Kreativität, Motivation und Teamwork ist das für uns gemeinsam machbar.

Wer bin ich?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Bedburg, im Rhein-Erft-Kreis in NRW. Ich habe Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Personalwesen und Datenverarbeitung an der Fachhochschule Köln studiert. Wichtige Fachbereiche waren Recht, Marketing, Rechnungswesen und Außenwirtschaft.
Zusätzlich habe ich eine einjährige Ausbildung zum Euro-DV-Spezialist C/Unix-Applikationsexperten abgeschlossen.

Zusammen mit meinem Lebensgefährten und unserem Hund bin ich vor dreieinhalb Jahren nach Monschau gezogen. Wir haben in der Kirchstraße ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus gekauft, in dem wir leben und arbeiten. Wir heizen mit Holz und lieben unser kleines Häuschen und unsere Wahlheimat.

Die Monschauer haben uns sehr nett aufgenommen. Wir haben viele gute Bekannte und neue Freunde gewonnen. Für mich, die schon in Köln, Böblingen-Sindelfingen, Bedburg und Geseke-Eringerfeld gelebt hat, bietet Monschau die ideale Kombination aus Stadt- und Landleben. Es gibt Phasen der Ruhe, in der wir Einheimischen fast unter uns sind und spannende Zeiten mit vielen Aktivitäten und Veranstaltungen rund ums Jahr. Viele internationale Besucher bereichern unser Leben. Hier sind wir zu Hause.

Politische Vergangenheit

Mit 17 Jahren bin ich in die Junge Union eingetreten. Ich habe mich mehrere Jahre sehr engagiert, egal ob im Wahlkampf, auf Wochenendseminaren, Demonstrationen oder bei politischer Arbeit vor Ort. Ich war Beisitzer der JU Bedburg, Kreisdelegierter der JU Erftkreis und stellvertretender Landesdelegierter der JU Rheinland. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dieses ist nicht mein Verständnis von Demokratie. So widmete ich mich meinem Studium und Gründung meiner Unternehmen.

Mit 9/11 begann es wieder in mir zu brodeln. Immer mehr Einschränkungen unserer Bürgerrechte, Rasterfahndung, die zunehmende Überwachung durch die Telekommunikationsüberwachungsverordnung und die angedachte Vorratsdatenspeicherung ließen mich im Jahre 2009 wieder zum Politiker werden – aus Notwehr. So wurde ich Mitglied der Piratenpartei und engagierte mich aktiv für die Bürgerrechte in Köln.

Viele Monschauer kennen mich vom Landtagswahlkampf 2012 für die Piratenpartei, sowohl von den Stammtischen als auch den Informationsständen – bürgernah und basisdemokratisch. Aber auch hier musste ich feststellen, Parteipolitik ist nicht meine Lösung.

Was wollt Ihr?

Heute verfolge ich unsere Kommunalpolitik als engagierter Bürger unserer Stadt. Nach über 1000 Gesprächen und der Sammlung der benötigten 160 Unterstützungsunterschriften stelle ich mich zur Wahl - für das Amt des Bürgermeisters und als Stadtrat.

Ich bin bereit mit Euch Demokratie zu leben. Jetzt kommt es auf Euch an.

Eure Anregungen, Kritik und Ideen sind mein Ansporn.

Ihr entscheidet. Geht am 25.5.2014 wählen!

PS: Wahlplakate werdet Ihr von mir nicht sehen.

Manfred Lang, Norbert Scheuer, Sylvia Nels in Steinfeld (29.10.2013)

Diese Lit.Eifel-Veranstaltung fand in der wunderschönen Anlage von Kloster Steinfeld statt. Kannte ich bis jetzt noch nicht. Aber jetzt weiß ich, weshalb Steinfeld ein Eifelsteig-Etappenziel ist.

Trotz des schönen Orts muss ich gestehen, dass es für mich die Lit.Eifel-Veranstaltung war, die mir persönlich und wahrscheinlich nur mir, am wenigsten Gefallen hat. Woran lag es. Irgendwie war es eine komische Mischung. Etwas übermoderiert. Insgesamt zu lang. Und was die Mundart-Sängerin zu dem Thema beizutragen hat, ist meiner Aufmerksamkeit entgangen.

Am interessantesten fand ich noch die Geschichte über Wollseifen von Manfred Lang. Die Lyrik-Lesung von Scheuer hat mir nichts gegeben, da bin ich seit meinem Deutsch-Abi auch vorbelastet. Soll keine Herabsetzung des Autors sein. Der ist sicher gut. Nur nichts für mich.

In der Pause war ich dann über die Hintertreppe mit Lanio und Pater Paul qualmen. Dabei habe ich noch etwas mehr über Kloster Steinfeld erfahren, was mittlerweile auch in der Presse zu lesen war. Pater Paul war mir auf Anhieb sympathisch.

Fotos habe ich diesmal keine. Meine Kamera hat bei dem Licht gestreikt und blitzen wollte ich nicht.

Am Ende der Veranstaltung standen dann noch die Autoren zum Gespräch und signieren zur Verfügung. Ausnahmsweise habe ich mal nicht zugeschlagen. Und das obwohl es Scheuers neuen Lyrikband druckfrisch ohne Titel – ein Fehldruck – zu kaufen gab. Sicher toll für Sammler.

Links

Oliver Lück liest im Bus (27.10.2013)

Neues vom Nachbarn

Am Sonntag des Monschauer Happy Halloween Wochenendes bin ich dann leicht lädiert nach Heimbach. Ich hatte noch ein bisschen Zeit und konnte so im Bahnhof noch einen kurzen Blick in die Ausstellung über den Nationalpark Eifel werfen. Da muss ich noch mal hin.

lesung-im-bus-sonderfahrt-foto

Der Bus fuhr dann pünktlich ab. Ja, Ihr hört richtig. Die Lesung fand in einem normalerweise als Linienbus genutzten Bus statt. Das ist mal was ganz anderes. Während wir also gemütlich durch die Eifel geschaukelt wurden, stand der Autor uns zugewandt in der ersten Reihe, erzählte und las anschaulich.

 

Wovon handelt Neues vom Nachbarn?

 

Lück – von Beruf Journalist – hat sich einen alten VW-Bus geschnappt und ist mit seinem Hovawart-Welpen Locke anderthalb Jahre durch Europa gefahren. Nur mit Hilfe eines alten ADAC-Europaatlas. Ganz ohne Navi.Foto vom ADAC-Autoatlas
Die Route entstand mehr oder weniger willkürlich. Mal versuchte er sich an den kleinsten Straßen, mal ließ er seine Hündin entscheiden. Guckte sie nach Rechts, fuhr er in die Richtung, auch wenn er eigentlich woanders hin wollte.

Die Geschichten, die er unterwegs erlebt hat, füllen unterhaltsam das Buch. Im Zuge der Lesung haben wir drei Personen “kennen gelernt” – interessante Menschen, die ihm am Ende der Welt begegneten. Menschen, die zum Teil ihren Heimatort nie verlassen haben und doch voller Weisheiten waren.

Strandgut zu Kunst in LettlandWie die Lettin, die Strandgut an dem Ostseestrand unweit ihres Hauses sammelt und damit ihr Haus und ihren Garten “schmückt”. Bizarr anzusehen, teils von ungläubigen Touristen bestaunt. Oft fotografiert. Und warum macht sie das? Damit der Strand nicht verdreckt und sonst räumt es ja keiner weg. Wenn das kein Grund ist, sich sein eigenes Paradies zu schaffen?

Oder die Irin, die vom Geschichten erzählen lebt. Eine durften wir hören und sie war wunderschön.

Ein kleiner Exkurs über die erstaunlich wenigen Pannen und die anschauliche Demonstration, wie die Wodka-Gläser wachsen, je weiter man nach Osten kommt. Und was man so bekommt, wenn man nahe der russischen Grenze einen Wodka bestellt.

Mir hat die Lesung sehr gut gefallen. Der Autor kam sympathisch rüber, hatte eine angenehme Stimme, das Ambiente war einzigartig, die Geschichten unterhaltsam und nachdenklich stimmend – was will man mehr.

Wie kam Lück zu seinen Geschichten?
Auf Nachfrage, wie er denn auf die Menschen gestoßen ist, nannte Lück als gute Methode vor Ort nach Menschen zu fragen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Dann hat er sich mit diesen teils mit Hilfe eines Dolmetschers stunden- oder tagelang unterhalten. Und seine Hündin Locke war immer ein guter Door-Opener.

Locke - der Star der Lesung im Foto

Das letzte kann ich von meinen Reisen mit Struppi nur bestätigen. Ein netter Hund ist immer ein leichter Einstieg. Und ein Lächeln öffnet viele Türen.

Nach der Lesung habe ich mich noch etwas mit Lück unterhalten. Schließlich faszinieren mich Menschen schon lange, die einfach aufbrechen, sei es zu Fuß, mit dem Rad oder Motorrad, um die Welt reisen. Wer weiß, vielleicht mache ich es ja auch noch, irgendwann…

Links

Wie komme ich auf den Stimmzettel…

… für die Bürgermeisterwahl in Monschau?

Wer ist wahlberechtigt?

Wahlberechtigt sind alle mit Hauptwohnsitz in Monschau gemeldeten Deutsche und EU-Bürger ab 16 Jahren. Denn die Bürgermeisterwahl findet im Rahmen der Kommunalwahl in NRW am 25.05.2014 statt.

Wer darf mich unterstützen?

Alle Wahlberechtigten in Monschau dürfen mich unterstützen. Formale Voraussetzung ist das vollständige und eigenhändige Ausfüllen des Formblatts für eine Unterstützungsunterschrift, sprich Name und vollständige Anschrift, sowie Geburtsdatum und mit Ort, Datum und Unterschrift die Genehmigung erteilt, dass ich ihre Wahlberechtigung vom Einwohnermeldeamt prüfen lassen darf.

Unterstützungsunterschrift

Was ich erreichen möchte…

Zuerst möchte ich Euch Monschauern eine unabhängige Alternative bieten, die nicht von Parteipolitik geprägt wird. Als Altstädter möchte ich meine Wahlheimat auch als Wohnort wieder attraktiver machen. Die Fachwerkhäuser sind ideal für Freiberufler und kleine Versandhändler. Auch Familien finden hier ein Umfeld, in dem Kinder noch gefahrlos spielen können. Wir brauchen unbedingt mehr Angebote für Kinder und Jugendliche.

Das liebe Internet…

… ja, ohne geht es nicht mehr. Und wir brauchen es im ganzen Stadtgebiet in vernünftiger Qualität und zukunftskompatibler Technik. Es geht darum, flächendeckend den schnellen Zugang zu Informationen zu schaffen. Es ist entscheidend für uns in allen Lebenslagen. Besonders hier, wo wir nicht alles um die Ecke haben.

Wir sitzen in einer wunderschönen Landschaft, aber auch Unternehmen brauchen auch schnelles Internet. Nur so bekommen und erhalten wir hier die Arbeitsplätze und das Umfeld, das wir schätzen.

Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung fördern

Das beginnt beim Fragerecht in allen Ausschusssitzungen. Ein Recht, das wir als Bürger laut aktueller Geschäftsordnung bereits haben, aber das trotzdem mit Verweis auf selbige verwehrt wird. Ausführlicher nachzulesen hier.

Aber ich will darüber hinaus. Ich möchte mit Euch daran arbeiten, dass wir ein Bürgerbeteiligungssystem entwickeln. Entscheidungsprozesse dokumentieren.

Wie es dazu kam…

Es war kurz vor dem Jahreswechsel 2013/2014. Wie immer, treffe ich wichtige Entscheidungen zwischen Weihnachten und Neujahr. So auch dieses Mal.

Und obwohl 2014 mein Jakobsweg-Jahr werden sollte, hat mich ein Gedanke dazwischen gedrängt. Soll ich es wagen – versuchen? Bin ich verrückt? Soll ich mir das antun?

Nach ein paar schlaflosen Stunden, stand die Entscheidung: Ja, ich werde es versuchen. Ob ich eine reelle Chance habe? Eher nicht. Aber ich werde es versuchen.

So führt mich mein Weg am 30.12.2013 zum Wahlamt der Stadt Monschau. Und das Ergebnis ist das obige Formular. Die nächste Zeit werde ich damit verbringen, Monschauer Wahlberechtigte, um eine Unterstützungsunterschrift zu bitten.

Ja, es ist nicht einfach. Ich muss auch mir noch unbekannte Monschauer ansprechen und um Ihre Unterstützung bitten. Sie bitten, mir die Chance zu geben, auf dem Stimmzettel zu stehen. Für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014.

160 Wahlberechtigte müssen dieses offizielle Formular ausfüllen und mir die Erlaubnis erteilen, dass ich ihre Wahlberechtigung beim Einwohnermeldeamt prüfen lasse. Wenn ich 160 Unterstützer zusammen habe, reiche ich diese mit meinem Antrag beim Wahlamt ein. Und wenn das klappt, stehe ich am 25.5.2014 auf dem Stimmzettel.

Warum ausgerechnet Monschau?

Als Zugezogener beginnt eine typische Unterhaltung in Monschau wie folgt:

Monschauer: Aus Monschau?
Zugezogener: Jein, vor drei Jahren aus dem Rhein-Erft-Kreis zugezogen.
Monschauer: (große Augen) Warum? Warum ausgerechnet Monschau?

In meiner Geburtsstadt Köln käme niemand auf die Idee danach zu fragen. Warum sollte man auch nicht in diese herrlich stinkende Stadt mit einem Zweitliga-Fußballverein ziehen wollen?

Und Bedburg?

Selbst in Bedburg im Rhein-Erft-Kreis, ein Flecken Erde, meine Heimat für Jahre, die der Braunkohletagebau aus mir unbekannten Gründen leider nur teilweise verschmäht hat, stellte sich die Frage nicht. Schließlich ist Bedburg nah genug an Köln – man bekommt Kölsch in jeder Kneipe und ist theoretisch in 30 Minuten in der City.

Das klappt zwar praktisch nur Nachts um 3 Uhr, in der Hauptferienzeit, an Tagen wenn die Brummis Fahrverbot haben und es gerade keine Vollsperrung gibt. Trotzdem, das ist mehr als man braucht als Bedburger, um Bedburg einfach toll zu finden. Als rheinische Frohnatur hofft er täglich aufs Neue auf schnellen Autobahnverkehr.

Alles so furchtbar…

Der Monschauer dagegen findet seine Situation in Monschau einfach nur furchtbar. Die Altstadt stirbt, man kann dort nicht leben, man kann noch nicht einmal parken! (Jetzt ist es raus).

Jeder, der kann, zieht so schnell wie möglich weg. Es fehlt nur noch, dass jemand dem Ortsschild hinzufügt: Lauft weg, solange Ihr noch könnt!

Dabei hat der Monschauer doch nur den Blick für das Positive in Monschau verloren. Vielleicht weil sein Blick starr auf mögliche Parklücken gerichtet ist, oder aber weil Nachts schon einmal in der Laufenstraße die Straßenbeleuchtung fehlt. Da sieht man dann wirklich nichts mehr von der Schönheit Monschaus.

Also, Butter bei den Fisch. Warum Monschau-Altstadt?

Öffentliche, saubere, kostenlose, frei zugängliche Toiletten an jedem Ende der Stadt. Spätestens hier war Brügge für mich raus.

Bänke zum sitzen. Also sitzen ohne Kaffeetrinken und Kuchenessen. Einfach nur so bequem sitzen, nicht hocken wie in Köln. Also wie Hermann in Loriots Sketch “Feierabend”. Augenhöhe mit Teilen Barcelonas.

Die vielleicht freundlichsten Postboten der Welt, allen voran Ritchi. Wer morgens zu Hause arbeitet und trotzdem immer Heute-Jedoch-Nicht-Karten zugestellt bekommt kann mitfühlen wie wertvoll ein guter Postzusteller für die Lebensqualität ist.

Eine Restaurant in dem man bis Mitternacht etwas zu Essen bekommt. Wart Ihr mal außerhalb der Saison in Le Touquet-Paris-Plage, einem Ferienort mit 100% Seaview? Da schließt Ronald der Fast-Food-Clown um 21 Uhr nicht nur das Kinderparadies. In Monschau braucht man sich noch nicht einmal daran erinnern was man immer trinkt und isst. Der Barkeeper erledigt das ab dem zweiten Besuch automatisch.

Stetig gefüllte Hundetütchenspender, dank freundlicher Politessen. Nein Bedburg, der leere Spender alleine reicht nicht.

Keine Gefahr an jeder Ecke zu hören: Haste mal ne Mark. Ok, meine Zeit in Köln ist schon was her und auch ich weiß, die Bedürftigen nehmen heutzutage natürlich PayPal. Vielleicht wurden sie im Jobcenter auch in Freundlichkeit geschult, so dass man heute gerne gibt. Bei der sagenhaft geringen Arbeitslosenquote in Monschau muss man sich darüber aber keine Gedanken machen.

Einen eigenen Fluss mit eigenem Hochwasser. Auf Augenhöhe mit Köln! Bedburg hat zwar auch einen eigenen Fluss, aber kein Hochwasser – schwach. Kann ja noch werden – Go, Erft, go! (Keine Panik, wird nicht passieren.)

Die wahrscheinlich besten Nussecken der Welt. Und ich kenne sie alle.

Läden, die einem auch schon mal was besorgen, das nicht im Sortiment ist. Probiert das mal im Discounter. Und die liefern, ohne Aufpreis, zumindest wenn man seinen Rollator-Führerschein dabei hat. Und die einen in der Saison auch Sonntags nicht verhungern lassen.

Eine Bürgermeisterin, die man persönlich auf Facebook trifft. Kein PR-Team, das versucht den Kandidaten bei Nerds und Geeks anzubiedern. Jo-man, ich bin’s – Euer Facebook-Party-Horsti aus München.

Eine eigene Senfmühle, Brauerei und Kaffeerösterei. Frischer geht nimmer. Und lecker! Das gilt auch für die Metzgerei und unsere zwei Bäckereien. Dütchen und Vennbrocken.

Wasser mit denkbar wenig Kalk. Sagenhafte Nachtruhe wegen fehlendem Durchgangsverkehr. Mehrere Galerien. Stadt-wo-Trash-People-mal-waren und wo Christo, nicht mehr gewesen sein will. Es gibt Beweisfotos, Du Dummbatz! Drehort von Stadt im Tal alias Lugtal. Kulisse für Schimi.

Nette Mitbürger, die Sachen machen. Wie aktuell das Happy-Halloween-Wochenende mit Geisterführungen, Geisterlesungen, Konzerten und Party.

Alles in allem unglaublich viele Gründe nach Monschau in die Altstadt zu ziehen und zu arbeiten. Sorry, wenn ich was vergessen habe, aber Renate muss mal schnell das Auto umparken…

Ach ja. Fast hätte ich es vergessen:

Klare Luft, Fachwerkhäuser in kleinen Gassen und viel Natur. Naja, wer’s braucht…

tl;dnr

Die Altstadt von Monschau ist schön.

Volker Kutscher liest auf Wildenburg

Hellenthal, 16.10.2013: Wer meine erste Lit.Eifel-Woche kennt, mag enttäuscht sein. Diesmal leitet mich meine Navi problemlos und rechtzeitig zum idyllisch gelegenen Tatort, ähm Veranstaltungsort: Wildenburg, hoch über Hellenthal.

Schnell etwas abenteuerlich geparkt und direkt Lanio vor die Füße gelaufen. Gerade als er meinen Fahrstil kritisiert, kommt Magga an und ab geht es zur Burg. Magga fährt, Lanio stapft voran und ich etwas mühsam und peinlich langsam hinterher. Merke: Nächstes Mal wieder Wanderschuhe.

In der Burg geht es einige Stufen auf verschiedenen alten Holztreppen hoch in den Hexenturm. Echt nett hier. Sehr coole Location. Und ich bin was Turmzimmer angeht wirklich verwöhnt.

Das (unvermeidliche?) Vorgeplänkel

Diesmal eröffnet der Hellenthaler Bürgermeistervertreter Wamser die Veranstaltung. Das übliche LIT.Eifel- und Autoren-Lobgehudel folgt. Dann stellt die Moderatorin den Autor vor und direkt ein paar Fragen. Dazu habe ich auch eine: Wozu braucht es Moderatoren bei einer Lesung? (#duckweg)

Wer ist Kutscher…

Ich gestehe: Bis dato kannte ich den Autor Volker Kutscher nicht. Auf meine übliche Vorbereitung bei Wikipedia und amazon habe ich diesmal verzichtet. Und die Anmoderation habe ich einfach mal weitestgehend überhört.

Nur soviel habe ich verstanden. Er hat wohl früher mit einem Partner Lokalkrimis aus dem Bergischen Land zusammen geschrieben. Das möchte die Moderatorin, deren Namen ich mir (mal wieder) in einem Anfall von Ignoranz nicht gemerkt habe, sich noch erklären lassen.

Seine bergischen Krimis sind alle bei Emons erschienen. Das ist meines Wissens einer der Verlage, die wie der KBV Krimis hauptsächlich (?) regional einordnen.

(Schamlose Werbung: Merkt Euch doch schon mal www.eifel-krimis.com auch wenn aktuell erst zwei Autoren drin sind.)

Exkurs: Ich und meine (fehlenden) Notizen

Da ich mir – wie üblich – keine Notizen gemacht habe, kann ich nur hoffen, dass ich die Reihenfolge noch richtig hin bekomme. Schlagt mich nicht, korrigiert mich einfach wenn ich falsch liege. Ich könnte ja auch einfach behaupten, dass eventuelle Verschiebungen blog-dramaturgische Gründe hat. Tu ich aber nicht.

Die Lesung: Volker Kutscher liest aus Die Akte Vaterland

Völlig unbelastet lausche ich also dem Autor. Kutscher hat eine angenehme Stimme und liest gut. Er beginnt zwar etwas nervös mit für meinen Geschmack (zu) vielen Infos über seinen Held , aber das verzeihe ich ihm gerne. Die Akte Vaterland ist ja schließlich schon der vierte Band mit seinem Helden – wie heißt der Typ, Tabwechsel – richtig: Gereon Rath.

Magga fand ihn nicht nervös. Ich wette drauf, flattere mich doch selbst immer durch die ersten Sätze.

Noch ein Exkurs: Warum bin ich eigentlich hier?

Das hat wohl zwei Gründe. Als ich auf der zweiten Lesung auftauchte, meinte Magga: Du bist auch eine treue Seele. (Kein Plan, wie sie darauf kommt.) Ich dann nur: klar doch, Markus hat mir für die ganze Lit.Eifel frei gegeben. Ich guck mir so viele wie geht an. Lanio machte daraus dann: Renate hat sich vorgenommen zu allen Lesungen zu kommen…

…kennt Ihr das? Das nenne ich auch meinen Feigling-Effekt. Damit habe ich echt ein Problem. Immer schon.

Der zweite Grund ist, Yvonne. Die meinte in Rurberg, dass sie sich Kutscher anhören wollte. Die anderen Monschauer auch. Daraufhin habe ich mir den Autor im Programm angesehen. Ah, die perfekte Kombi für meinen aus Geschi-LK stammenden NS-Fimmel und meiner Krimileidenschaft, dachte ich mir. Da sehe ich mal großzügig darüber hinweg, dass ich mehrheitlich Nordische Krimis und Eifel-Krimis lese. Ach, und Yvonne? Die musste zur Hochzeitsmesse nach Simmerath. Und der Rest? Kein Plan.

Der Mensch in der Zeit…

Kutschers Krimireihe mit Gereon Rath beginnt im Berlin der Weimarer Republik. Kutscher möchte uns mit seinen Krimis diese Zeit anders näher bringen. Er beschreibt die Zeit aus Sicht normaler Menschen. Menschen, die ihre schreckliche Zukunft nicht kennen. Die nicht wissen (können) wohin es führt. Die ihre Entscheidungen nicht darauf hin bewerten können, was daraus wird.

Die nicht wissen, was der Nationalsozialismus, das Dritte Reich, wir – ja wir Deutschen (denke ich) anrichten werden. Den zweiten Weltkrieg, den Holocaust, nicht erahnen. Er will uns die Zeit näher bringen, einfach wie man sie damals (vielleicht auch) gesehen hat. Ohne die Zukunft zu kennen.

Uns hinein ziehen – in eine Zeit – in die Zeit. Die Zeit vor der schlimmsten Zeit der Deutschen. Einfach, als Mensch. Wir, die wir so leichtfertig anklagen. Die einfach verurteilen. Die bestimmt selbst schon ihre Eltern/Großeltern/Urgroßeltern gefragt haben: “Wie konntet Ihr nur? Habt Ihr nichts gemerkt? Die Juden, die sind doch verschwunden. Habt Ihr nie gefragt, wohin?” Ich habe meine gefragt.

Zeigefinger? Nein, danke. Aber wie ist das mit unseren Entscheidungen – heute?

Dabei hebt Kutscher nicht den Zeigefinger. Er möchte uns sensibilisieren für unsere Entscheidungen, in unserer Zeit. Wir, die wir den Luxus haben, zu wissen was damals passiert ist, sollen nachdenken. Unsere Entscheidungen heute auf den Prüfstand packen.

Prüfen, ob es heute nichts gibt, was wir jetzt tun können, müssen. Ich wüsste da was, aber erst der Autor.

Gereon Rath – Ein Kommissar in den 30ern

Seinen Krimiheld Gereon Rath beschreibt Kutscher als unpolitisch, ja politikverdrossen. Er kommt aus Köln und stammt aus einer Familie, die immer schon die Zentrumspartei wählt. Darauf steht er nicht. Aber auch mit den in den späten 1920igern, frühen 1930iger-Jahren, sprich am Ende der Weimarer Republik nicht nur in Berlin aufkommenden – heute würde man vielleicht von Links- und Rechtsradikalen sprechen, behaupte ich jetzt mal – kann er nichts anfangen.

Die Akte Vaterland

Ein Kölner Kommissar in Berlin, der nicht immer ganz sauber agiert. Der gerade seinen großen Fall verliert. Mit einer neuen Freundin, die ausgerechnet in seiner neuen Ermittlungsgruppe landet. Und das als eine der ersten Frauen der Berliner Kripo überhaupt.

Dabei weiß noch niemand von der Beziehung. Und prompt gerät seine Freundin an einen Vollmatcho im Kommissariat, der sie auf übelste mobt. Gut unter der Gürtellinie. Die Szene danach, wo Rath den Spacko besucht, liest Kutscher. Rath gefällt mir, so viel ist klar.

Ein seltsamer Mord geschieht. Gut, die Todesart spoilert Kutscher zwar später etwas. Aber nicht nur als GTA5-Spieler kommt man auch so drauf.

Ich möchte jetzt nicht weiter spoilern, sondern Euch empfehlen, Euch die Gereon Rath-Reihe zu besorgen. Die korrekte Reihenfolge ist:

  • Der nasse Fisch (2007)
  • Der stumme Tod (2009)
  • Goldstein (2010)
  • Die Akte Vaterland (2012)

Wie immer bei Krimiserien kann man mitten drin anfangen, aber wenn man die Chance hat, fängt man besser vorne an. Ich freue mich schon auf die folgenden Bände.

Pause und mehr

In der Pause konnten günstig Getränke erworben werden. Belegte Baguettescheiben gab es kostenlos gegen freiwillige Spenden. Habisch ‘türlich gemacht. Es gab auch wieder eine Buchhandlung, die reichlich Titel vom Autor im Angebot hatte. Ich habe beim aktuellen Titel zu geschlagen. Und habe ihn mir am Ende signieren lassen.

 Die Fragen am Schluss

Da ich ja die Anmoderation überhört habe, stelle ich natürlich prompt die – halb beantwortete – Frage ob Kutscher am Beginn der Serie eine bestimmte Anzahl Titel für seine Krimiserie vorgesehen hat oder welches Konzept er hat? Er übersieht meine Faux Pas und geht freundlich näher auf sein Konzept ein.

Er beschreibt wie lange er Gereon Rath als Kommissar leben lassen will. Nicht länger als 1936. Selbst einen politikverdrossener Kommissar wie Rath sieht er dann nicht mehr als Beamten, wenn Himmler 1936 Polizeichef wird. Was dann aus Rath wird, weiß Kutscher noch nicht. Er nennt ein paar mögliche Varianten wie Rath könnte sterben (hoffentlich nicht), emigrieren, Privatdetektiv werden, in den Untergrund gehen…

Ihm ist die Figur offensichtlich schon ans Herz gewachsen, deshalb tippe ich nicht darauf, dass er sie sterben lässt.

Die übliche Frage, die ich einfach stellen muss wenn es kein anderer macht, lautet: Wie lange schreiben Sie an einem Buch? Die Antwort verblüfft etwas und lässt den gelernten Journalist erkennen. Auch nur zehn Monate bis ein Jahr, inklusive ausführlicher Recherche und Lektorat. Dabei ist Die Akte Vaterland 576 Seiten stark.

Die Recherche beeindruckt

Kutscher bereitet sich vor. Ausführlich. Er liest ganze Jahrgänge liberaler Zeitschriften der Zeit, von vorne bis hinten. Richtig komplett, inklusive wenn nicht sogar besonders den Lokalteil, die Kleinanzeigen und Witzseiten. Klar, irgendwo muss ja sein Blick auf das Alltagsleben der Zeit kommen. Und war er nicht selbst Lokalredakteur?

Er beschreibt, was die Menschen zu dieser Zeit bewegt. Die hohen Reparationszahlungen. Politik, weniger. Hm, kommt mir leider nur zu bekannt vor.

WTF is Mikrofiche?

Und das auf Mikrofiche. Ätzend. Das ist anstrengend. Für diejenigen, die das nicht mehr kennen. Darauf wurde früher – sagen wir mal – analog archiviert. Papier wurde stark verkleinert und dann mit speziellen hässlichsten Vergrößerungskästen in bescheidener Qualität auf einem, sagen wir mal im Vergleich zur Smartphone-Auflösung Guckloch, dargestellt.

Zu meiner Studienzeit war darauf der Bestand der Bibliothek oder in großen Unternehmen die Buchhaltung. Oder eben alte Zeitschriftenausgaben. Muss man nicht haben. Heute wird der Kram gescannt und digitalisiert. Dann kann man wenigstens darin suchen.

Was können wir tun?

Er nennt nachher explizit auch PRISM & Co und die zunehmende Überwachung heute als potenzielle Gefahren für unsere Demokratie. Auch er sieht, wie das einem zukünftigen Diktator in die Hände spielen kann.

Und die systemrelevanten Banken, die gerettet werden? Den Lobbyismus, der die Politik beeinflusst? Denkt selbst nach. Es muss nicht immer Nationalsozialismus sein, der unsere Gesellschaft in den nächsten Abgrund führt.

Ich habe ihn nicht gefragt ob er Pirat ist. Aber falls er eine politische Heimat sucht, imho gehört er zu uns. Wobei ich tippe, dass er als Autor sein Mittel gefunden hat, die Welt ein kleines Stück zu ändern. Ein erfolgreiches, hoffe ich. Ich drücke ihm dabei auf jeden Fall die Daumen. Und wünsche ihm viele Bestseller. Und noch mehr nachdenkliche Leser. Die finden, was sie tun können. Was ist mit Euch?

Und ich – mal wieder

Mich hat er beeindruckt. Werde mir die Serie bei nächster Gelegenheit erlesen. Den vierten Band habe ich, signiert, logo. Der Rest entweder ab nächster Woche in unserer Stadtbücherei oder als ebook. Mal sehen.

Auch lesenswert: www.gereonrath.de

Dank für ein stummes Herz aus Müll

Noch stehen sie da im Herzen von Monschau. Stumm, klaglos. Im Sonnenschein und Regen. Begafft, bestaunt, beobachtet, berochen, umarmt und endlos oft fotografiert – einzeln, in Gruppen, als Panorama, von oben, von unten, bunt, scharz-weiß; neben Bürgern, Prominenz und Touristen, digital und bestimmt sogar noch auf Film. Und die Presse berichtet was die Monschauer aus HA Schults Aktion so alles herausholen.

Die Kritiker an HA Schults Aktion “Monschau Mon Amour” sind zum Glück längst verstummt oder sind keine meiner Facebook-Freunde (mehr). Die Trash People, in ihrem stummen Dasein und speziellem Charme haben viele Bürger von Monschau einfach um den Finger gewickelt. In ihrem stillen Protest gegen unsere Wegwerfgesellschaft, kunstvoll in Reih und Glied zusammen gestellt, sind die “Trashis” nett anzusehen. Machen selbst keinen Schmutz und Lärm. Sind nette Mitbürger, zwar nur “Zugezogene” wie der Autor, aber wer will hier kleinlich sein.

Die Auseinandersetzung

Der Künstler betrachtet wohlwollend das Treiben und genießt was wir so alles in seine Kunst deuten. Was wir mit ihr anstellen, wie wir uns an ihr reiben und uns mit ihr schmücken – unseren Eigennutz in der Aktion suchen, ja sogar einfordern. Uns feist mit Müll ablichten – Teil des Konzepts.

Die Trash People geben Monschau viel. Viel mehr als man auf den ersten Blick sieht. Monschau in einer Liste mit Barcelona, der Chinesischen Mauer und dem Roten Platz. Vom Roten Platz zum Roten Haus. Wieviele Russen sich wohl gerade fragen wo “ihre” Trash People gerade sind und sich wundern wie viele Millionen Einwohner Monschau wohl hat. Und warum Monschau für HA Schult für den Augenblick wichtiger ist als z.B. Berlin.

Ein erster Versuch zu Danken

Als gute Gastgeber könnten wir den Trashis ein Gastgeschenk mitgeben. Wie wäre es mit einem eigenen Vornamen für jeden Einzelnen. Was so einfach klingt hat doch unzählige Untiefen. Trotzdem: Mut zur Tat und frisch ans Werk…

Die ersten 3 Reihen Trash People

Wie tauft man Trash People politisch korrekt?

Als erstes stellt sich die Frage nach dem Geschlecht. Männlein oder Weiblein? Man könnte es sich einfach machen und sagen: Halbe-Halbe nach einer Art Arche-Prinzip.

Bei der nächsten Sintflut könnten die Trash People dann auch gleich mit uns fahren. Wo immer wir auch landen, wir bringen unseren Müll mit. Praktisch für die ersten Jahre bis wieder all das aufgebaut ist, was neuen Müll erzeugen kann. Das Eingewöhnen an das Neue fällt uns dann leichter. Wie einem Tierheimbewohner, der sein Lieblingsspielzeug ins neue Zuhause mitnehmen darf – naja – so ähnlich.

Aber es sind nun einmal 201 Trash People. Zum Glück keine 199 – eine Primzahl – was “Probleme” ohne Ende bedeuten könnte. Zumindest wenn man an German Angst erkrankt ist. Aber auch so schon nicht durch zwei teilbar. Vielleicht ganz korrekt in 100 Männer und 100 Frauen und ein Hermaphrodit aufteilen?

Die Qual der Wahl

Oder aber nach dem Anteil der Weltbevölkerung zuweisen. Da müsste man dann gleich auch die Namen entsprechend auswählen. Aber dann hätten ein Drittel der Trash People Chinesische oder Indische Namen. Nicht besonders “monschauhaft”.

Oder man könnte die Müllverursacherstatistik bemühen. Oder aber die Recyclingquote. Hier wären dann Monschauer wieder vorne mit dabei. Der Restmüll wird hier gewogen und berechnet. Alles was auch nur einen Rest von einem grünen Punkt aufweist landet sicher in der Gelben Tonne zur Wiederverwertung. Haben wir hier etwa schon ein “Bingo”?

Braucht Müll wirklich ein Gastgeschenk?

Nein, denn hier muss ich erst einmal eine Vollbremsung hinlegen. Wozu brauchen die Trashis überhaupt ein Gastgeschenk? Die stehen doch nur herum und sagen nichts. Ja, ein großer Dank für Monschau Mon Amour ist wichtig, nötig, angebracht – lediglich die Adressaten gehören getauscht.

In den USA sagt man: Tu Gutes und sprich darüber. Es ist nicht einfach etwas Gutes zu finden, das auf breite Zustimmung trifft, wie man an dem Versuch der Trash People-Taufe sieht. Die Initiatoren, allen voran Helmut Lanio und Dorit Schlieper, ernten gerade von mir eine Riesenportion selbst erlebtes Mitgefühl. Man kann es nicht allen recht machen. Unmöglich Kunst und Kommerz zu verschmelzen. Den Erfolg in Heller und Pfennig messen.

Wenn man es nicht allen recht machen kann, dann also doch lieber nichts machen – Jammern ist nichts getan – und warten bis jemand anderes was macht? Oder zumindestens einfach mal laut und ehrlich Danke sagen:

Danke an alle, die Monschau Mon Amour möglich gemacht haben. Jenen, die mitgeholfen, gespendet und ehrenamtlich tätig waren. Die den Gegenwind aller Kritiker, Nörgler, Pessimisten und “Rechenschiebern” getrotzt haben. Und natürlich dem Team um HA Schult, das an Monschau Mon Amour glaubt.

Danke!

1-Trash People Einzeln1

Was wohl die Trash People denken?

Dem Marktplatz von Monschau wird ohne Trash People etwas fehlen. Die Müllleute werden uns nicht vermissen. Auch ohne Namen stehen sie geduldig da und warten auf ihr Recycling in der nächsten Stadt.

Am 3. November ist es leider soweit und sie reisen weiter. In der Vergangenheit wurde die Aktion nicht überall so liebevoll angenommen wie in Monschau. In Gorleben wurden Trash People sogar entführt und aufgeknüpft. Auch das ist ihnen egal.

Lebt wohl und berichtet auch von den netten Monschauern

Ich hoffe aber sie treffen wieder auf so nette Menschen wie hier in Monschau. Die sie begaffen, bestaunen, beobachten, beriechen, umarmen und endlos oft fotografieren.

Auf sie warten hoffentlich weitere freudig lächelnde Initiatoren, Bürgermeister und Bürger, die etwas wagen, etwas machen, etwas bewegen wollen und sich damit – völlig zu recht – auch ein wenig schmücken dürfen. Die Aktion schmückt uns letztlich alle.

Ich wünsche den Trashis Menschen, die langfristig etwas Gutes für ihre Heimat wollen.

tl;dnr

Dank an die Initiatoren von Monschau Mon Amour.