Oliver Lück liest im Bus (27.10.2013)

Neues vom Nachbarn

Am Sonntag des Monschauer Happy Halloween Wochenendes bin ich dann leicht lädiert nach Heimbach. Ich hatte noch ein bisschen Zeit und konnte so im Bahnhof noch einen kurzen Blick in die Ausstellung über den Nationalpark Eifel werfen. Da muss ich noch mal hin.

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Der Bus fuhr dann pünktlich ab. Ja, Ihr hört richtig. Die Lesung fand in einem normalerweise als Linienbus genutzten Bus statt. Das ist mal was ganz anderes. Während wir also gemütlich durch die Eifel geschaukelt wurden, stand der Autor uns zugewandt in der ersten Reihe, erzählte und las anschaulich.

 

Wovon handelt Neues vom Nachbarn?

 

Lück – von Beruf Journalist – hat sich einen alten VW-Bus geschnappt und ist mit seinem Hovawart-Welpen Locke anderthalb Jahre durch Europa gefahren. Nur mit Hilfe eines alten ADAC-Europaatlas. Ganz ohne Navi.Foto vom ADAC-Autoatlas
Die Route entstand mehr oder weniger willkürlich. Mal versuchte er sich an den kleinsten Straßen, mal ließ er seine Hündin entscheiden. Guckte sie nach Rechts, fuhr er in die Richtung, auch wenn er eigentlich woanders hin wollte.

Die Geschichten, die er unterwegs erlebt hat, füllen unterhaltsam das Buch. Im Zuge der Lesung haben wir drei Personen „kennen gelernt“ – interessante Menschen, die ihm am Ende der Welt begegneten. Menschen, die zum Teil ihren Heimatort nie verlassen haben und doch voller Weisheiten waren.

Strandgut zu Kunst in LettlandWie die Lettin, die Strandgut an dem Ostseestrand unweit ihres Hauses sammelt und damit ihr Haus und ihren Garten „schmückt“. Bizarr anzusehen, teils von ungläubigen Touristen bestaunt. Oft fotografiert. Und warum macht sie das? Damit der Strand nicht verdreckt und sonst räumt es ja keiner weg. Wenn das kein Grund ist, sich sein eigenes Paradies zu schaffen?

Oder die Irin, die vom Geschichten erzählen lebt. Eine durften wir hören und sie war wunderschön.

Ein kleiner Exkurs über die erstaunlich wenigen Pannen und die anschauliche Demonstration, wie die Wodka-Gläser wachsen, je weiter man nach Osten kommt. Und was man so bekommt, wenn man nahe der russischen Grenze einen Wodka bestellt.

Mir hat die Lesung sehr gut gefallen. Der Autor kam sympathisch rüber, hatte eine angenehme Stimme, das Ambiente war einzigartig, die Geschichten unterhaltsam und nachdenklich stimmend – was will man mehr.

Wie kam Lück zu seinen Geschichten?
Auf Nachfrage, wie er denn auf die Menschen gestoßen ist, nannte Lück als gute Methode vor Ort nach Menschen zu fragen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Dann hat er sich mit diesen teils mit Hilfe eines Dolmetschers stunden- oder tagelang unterhalten. Und seine Hündin Locke war immer ein guter Door-Opener.

Locke - der Star der Lesung im Foto

Das letzte kann ich von meinen Reisen mit Struppi nur bestätigen. Ein netter Hund ist immer ein leichter Einstieg. Und ein Lächeln öffnet viele Türen.

Nach der Lesung habe ich mich noch etwas mit Lück unterhalten. Schließlich faszinieren mich Menschen schon lange, die einfach aufbrechen, sei es zu Fuß, mit dem Rad oder Motorrad, um die Welt reisen. Wer weiß, vielleicht mache ich es ja auch noch, irgendwann…

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