Heute schäme ich mich…

… für mich und für meine Wahlheimat Monschau.

Warum?

Heute um 11 Uhr wurde in unserer Nachbarstadt 10 Stelen auf der Sowjetischen Kriegsgräberstätte Simmerath – Rurberg  eingesegnet.

Basaltstelen auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof Simmerath-Rurberg (Foto: cc Caronna)
Foto: cc Caronna

Diese tragen die Namen der in Gemeinschaftsgräbern bestatteten 2.322 sowjetischen Bürgern, die als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im Nationalsozialistischen  Deutschland in unserer Region  gewaltsam zu Tode kamen.

Auch aus Monschau, denn in der Nähe des heutigen Sportplatzes Flora unserer TuRa war ein Lager. Auch hier wurden Menschen zu Tode gequält. Insgesamt 161 Menschen aus Monschau wurden dorthin umgebettet.
Siehe auch:
Wikipedia-Artikel

Menschen, deren Namen lange unter Verschluß waren. Und deshalb erst jetzt auf 10 Stelen aus Basalt fanden.

Diese wurden heute unter Anwesenheit eines Vertreters der Russischen Botschaft, in einem  ökumenischen Gottesdienst dreier Kirchen eingesegnet.

Foto: Don Caron - Bürgermeister Hermanns Simmerath mit dem Vertreter der Russischen Botschaft
Foto: Don Caron – Bürgermeister Hermanns Simmerath mit dem Vertreter der Russischen Botschaft

Viele Menschen waren da. Ich nicht. Obwohl ich den Termin schon seit Wochen auf dem Schirm habe. Weil wir in einer lokalen Facebook-Gruppe darüber mehrfach diskutiert haben.

Über den Friedhof, das Lager und die Einsegnung.

Deshalb schäme ich mich

Ich schäme mich aber auch für meine Stadt. Weil Monschau es nicht geschafft hat, einen offiziellen Vertreter zu entsenden.

Weder unser Bürgermeister Magga Ritter, noch ein Vertreter war anwesend. Offenbar war es unserer Stadt nicht wichtig,  den Toten und ihren Familien Respekt zu zollen.

Sich unserer Vergangenheit zu stellen.

Ich frage mich:

Was war heute wichtiger?

 

1 Kommentar

  1. So richtig wundert mich das ja nicht. Allerdings habe ich von Monschaus Bürgermeisterin rein subjektiv auch keine besonders hohe Meinung …

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